Der neue „Park-Bürgermeister“appelliert an die Dorstener

dzBürgerpark Maria Lindenhof

Dorsten hat jetzt einen „Park-Bürgermeister“. Bei seiner Antrittsrede erläuterte Johannes Kratz dem Stadtrat seine Beweggründe. Und richtete einen flammenden Appell an die Dorstener.

Dorsten

, 01.03.2019, 12:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der ehemalige Leiter der Gesamtschule Wulfen, Johannes Kratz, hätte es sich einfach machen und den Ruhestand genießen können. Als „Freund klarer und transparenter Motivationslagen und Entscheidungsgrundlagen“ erläuterte Kratz am Mittwoch vor dem Stadtrat, warum er sich in verantwortungsvoller Position um den Bürgerpark Maria Lindenhof kümmert. Den Begriff des „Park-Bürgermeisters“ hat er nicht erfunden.

Stadtkrone ist richtungsweisender Impulsgeber

„Das Stadtkrone-Projekt verdient den Status eines richtungsweisenden Impulsgebers und nicht den Status eines einmaligen Highlights“, betonte Johannes Kratz. „Das ganze Projekt zeigte das Potenzial einer sich gegenseitig beflügelnden Allianz von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, Künstlerinnen und Künstlern und Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung.“

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Kratz nimmt nach eigenen Angaben „deutlich wahr, dass die Nachhaltigkeitsdebatte in unserem Land zurzeit in einer Sackgasse steckt“. Es fehle an Empfindungen, Bildern und Visionen, das große Ziel der Nachhaltigkeit zu erreichen, das da laute: Nicht hier auf Kosten von dort zu leben und im heute nicht auf Kosten des Morgen. „Es geht darum, unsere grundlegende mentale Lebensdisposition, nämlich die des konsumierenden Menschen, kritisch zu hinterfragen und durch andere Lebensentwürfe zu ersetzen.“

„Eine neue Verbindung etablieren“

Wer immer noch die Alternativlosigkeit der Wachstumsgesellschaft propagiere, „hat in der Schule in Mathematik nicht aufgepasst“, meint der ehemalige Lehrer. „Es ist daher dringend an der Zeit, eine neue Verbindung mit der Erde, ihren Lebensräumen und Ressourcen zu etablieren. Wir müssen Formen finden, die Freude machen und gleichzeitig sinnhaftig sind.“

Eine ganz konkrete Utopie könnte der neue Bürgerpark in Dorsten sein. Johannes Kratz glaubt: „Mit Aktionen aus Kunst, Design und Architektur kann dieser Park dafür sensibilisieren, dass Nachhaltigkeit nicht ohne die Künste auskommt. Wir sollten also gemeinsam die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass dieser Park für Dorsten zu einem solchen Erfahrungsraum für die ästhetische Dimension von Nachhaltigkeit wird.“

„Wir müssen Formen finden, die Freude machen und gleichzeitig sinnhaftig sind.“
Johannes Kratz

Der neue Park-Bürgermeister berichtete am Mittwoch von „vielen Menschen, die gerne bereit sind, für die Ausgestaltung und Pflege des Parks Verantwortung zu übernehmen“. Etwa 20 Bürger hätten sich mittlerweile bereit erklärt, mit einer Vereinsgründung die Voraussetzungen zu schaffen, um die Interessen des Parks und seiner Nutzer zu artikulieren und zu vertreten. „Sie alle sind ganz herzlich dazu eingeladen, an diesem Prozess teilzuhaben und das Potenzial des Parks und seiner Akteure zu erleben und zu genießen.“

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