Deponie Hürfeld-Halde: Naturschützer befürchten „gefährliche Abfälle“

dzHürfeld-Halde

In die Front gegen die drohende Bauschutt-Deponie auf der Hürfeld-Halde in Dorsten reiht sich auch der „Bund für Naturschutz“ ein. Die BUND-Ortsgruppe kritisiert den Regionalverband Ruhr.

Dorsten, Altendorf-Ulfkotte

, 01.09.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verwundert registriert die „BUND-Ortsgruppe westliches Vest“ die Pläne der RAG Montan Immobilien und de Abfallgesellschaft Ruhrgebiet (AGR), einer 100%-igen Tochter des Regionalverbandes Ruhr (RVR), eine Bauschuttdeponie auf der Hürfeld-Halde in Dorsten betreiben zu wollen.

Ehe die „als unabdingbar herbeigeredete Deponieplanung nach Entlassung aus der Bergaufsicht ins abfallrechtliche Genehmigungsverfahren eintreten kann, ist erst einmal eine Regionalplanänderung mit breiter Öffentlichkeitsbeteiligung“ erforderlich, betont Willy Baitinger, Dorstener Sprecher der Ortsgruppe des Naturschutzbundes.

„Kläglich gescheitert“

Allerdings: „Der neue Regionalplan, der diesen Schritt bewältigen sollte, ist aber bekanntlich im letzten Jahr an Unzulänglichkeiten in Essen kläglich gescheitert“, so Baitinger.

Um sich später „den Profit durch die Annahme des Abfalls fifty-fifty teilen zu können“, hätten die AGR und RAG die Firma „Deponie auf Halde“, die DAH 1, gegründet. „Das Pikante an der Sache: Die Genehmigungsbehörde für dieses Raumordnungsverfahren ist der RVR, also die Muttergesellschaft der AGR“, betont Baitinger.

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Es möge sich jeder Gedanken machen, wie unabhängig hier über eine für Mensch und Umwelt bedeutsame Planung abwägend entschieden werden kann, heißt es vonseiten des BUND. „Deshalb fordern wir, dass dieser Teil des Genehmigungsmarathons dem RVR „abgenommen“ werden muss und ebenfalls der Bezirksregierung in Münster unterstellt wird.

„Verharmlosend bagatellisiert“

Was die Ausgestaltung der Abfallhalde angeht, deren Befüllung laut Baitinger „verharmlosend von Betreiberseite gebetsmühlenartig mit Bauschutt bagatellisiert wird“, empfehlen die Umweltschützer, „einmal einen Blick in den genehmigten DK I-Abfallartenkatalog der wieder reaktivierten AGR-Zentraldeponie Löringhof in Datteln zu werfen.

Denn: „Von den dort zugelassenen über 100 Abfallarten sind 36 ausweislich ihrer Abfallschlüssel gefährliche Abfälle, wie zum Beispiel Filterstäube, Gießsande, Schlämme, teerpechhaltiger Straßenaufbruch, asbesthaltige Baustoffe, Quecksilber haltige Abbruchabfälle, Deponiesickerwässer bis hin zu FCKW-haltigen gebrauchten Geräten.“

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Es sei davon auszugehen, „dass sich die Antragstellerin einen vergleichbaren Zoo an Abfällen genehmigen lassen wird“, so Baitinger:. „Je mehr Sondermüll angenommen werden darf, desto lukrativer das Geschäft – den Braten will man sich ja bekanntlich schwesterlich teilen.“

Radioaktiv kontaminierte Abfälle

Über freigegebene und freigemessene radioaktiv kontaminierte Abfälle aus dem Rückbau von Atomkraftwerken und NORM-Rückständen aus der Gas- und Erdölgewinnung wäre auch noch zu reden, so Baitinger.

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