Bei Unfällen ist manchmal schnelle Hilfe gefragt. Den Helfern kann dabei geholfen werden. © Guido Bludau
Meinung

Den Helfern in der Not muss auch geholfen werden

Rettungskräfte werden in die Irre geführt, stecken im Stau fest oder in zugeparkten Straßen. Jeder kann den Helfern helfen, denn manchmal geht es um Minuten. Ein Kommentar.

Es war sicherlich keine Absicht, dass die Rettungskräfte am Dienstag zunächst nach Lembeck und nicht nach Wulfen gelotst wurden. Ein Anrufer hat vielleicht unpräzise Angaben gemacht, die Alarmierung ging in die falsche Richtung – niemand weiß es derzeit so ganz genau.

Aber das ist auch nicht so wichtig jetzt. Wichtig ist allein zu wissen, dass wir alle den Helfern in der Not helfen können. Als Unfallzeuge, der am Telefon trotz aller Aufregung möglichst genau sagt, wo was geschehen ist. Als Autofahrer, der nur dort parkt, wo er niemanden behindert. Als eigentlich Unbeteiligter, der genervt im Stau steht und denkt: Irgendjemand wird Polizei und Rettungskräfte schon informieren.

Lieber einmal zu viel anrufen

Nein, es ist sicherlich kein Fehler, selbst zum Handy zu greifen und die Einsatzkräfte auf ein Unglück hinzuweisen. Manchmal geht es um Minuten, um Menschenleben, da ist vornehme Zurückhaltung fehl am Platz. Und im Hinterkopf sollten wir haben: Auch wir könnten mal Opfer und auf schnelle Hilfe angewiesen sein.

Selbstverständlich sollte es deshalb sein, im Stau eine Rettungsgasse zu bilden und als Gaffer nicht die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit zu behindern. Wer das macht, ist rücksichtslos und egoistisch. Und gehört bestraft.

Über den Autor
Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker
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