Dem Tod ins Auge geblickt

DORSTEN Konzentriert erhebt sich Manfred Schröder von seinem Stuhl. Vorsichtig geht er in den Nebenraum der physiotherapeutischen Praxis Kopleck-Rodenstein und macht seine Übungen. Sich schmerzfrei zu bewegen ist sein großes Ziel.

von Von Rüdiger Eggert

, 16.07.2008, 18:54 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Wrack eingeklemmt

Im Wrack eingeklemmt

Der Unfall-Verursacher verbrannte am Unfallort in seinem Fahrzeug. Manfred Schröder wurde eingeklemmt, Rettungskräfte befreiten ihn unter schwierigen Umständen. Seine Frau konnte recht schnell mit Wadenbeinbruch und Rippenanbruch geborgen werden. Manfred Schröders Verletzungen waren jedoch so schwer, dass er in eine Spezialklinik nach Ludwigshafen geflogen werden musste.

Die schreckliche Bilanz: Trümmerbruch des Fußes, Knie und Ellenbogen gebrochen, Hüftpfanne und Becken ebenfalls. "In den ersten neun Tagen wurde ich drei Mal operiert", so Manfred Schröder. Im Oktober kehrten die Schröders in ihre Heimatstadt zurück. Der Pflegedienst versorgte die Unfallopfer zu Hause. Physiotherapeutin Irmhild Kopleck-Rodenstein und ihr Team kamen drei Mal in der Woche ins Haus und versuchten, mit krankengymnastischen Übungen die Schmerzen zu lindern: "Wichtig war, dass der Patient nicht steif wird." Im Frühjahr folgte eine vierwöchige Reha-Kur. Seit April kann der ehemalige Tennisspieler die Praxis endlich selbst aufsuchen.

Hartes Reha-Training

"Wir ebnen den Weg, aber der Patient muss mitarbeiten", so Irmhild Kopleck-Rodenstein, "bei solch schweren Verletzungen muss man von Behandlungszeiten über einem Jahr ausgehen." Dem eisernen Willen Manfred Schröders sei es zu verdanken, dass er sich heute wieder ohne Gehhilfe bewegen kann. Hart arbeitet er an seine Genesung, dreimal pro Woche bei der Physiotherapie, zweimal beim Reha-Training im Injoy.

Das große Ziel ist es, schmerzfrei zu sein. Doch der Weg dahin ist noch lang. Wieder als Kaufmann zu arbeiten, daran ist im Moment noch nicht zu denken. Anja Schröder dagegen hat zwar weniger körperliche Schäden davon getragen, den Unfall aber psychisch noch nicht überwunden.

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