In einem zugefrorenen Löschteich an der Borkener Straße wurde 2012 eine Leiche gefunden. © Guido Bludau (Archiv)
Wetter

Dauerfrost in Dorsten 2012: „Catastrophe“ für Schiffer und ein grausiger Fund

Dorsten muss sich auf eisige Temperaturen einstellen. Ähnlich kalt war es hier zuletzt 2012. Damals strandete ein Schiffer aus Frankreich in der Stadt - und es gab einen grausigen Fund.

Tief Tristan hat der Region in den letzten Tagen Schneemassen und Eisregen beschert. Schneien soll es in den kommenden Tagen nur noch vereinzelt. Aber die Menschen in Dorsten müssen sich auf eisige Tage einstellen.

Thomas Kesseler-Lauterkorn ist Diplom-Meteorologe und stellvertretender Leiter des Essener Regionalbüros des Deutschen Wetterdienstes. „Ich denke, wir werden in den nächsten Tagen im Kreis Recklinghausen so bei -13 bis -14 °C landen“, sagt er. Ähnlich kalt sei es hier zuletzt vor neun Jahren gewesen.

-15 °C am 7. Februar 2012

Andere natürlich entstandene Eisflächen sind da unproblematischer. Eine überschwemmte Wiese am Napoleonsweg fror 2012 komplett zu und war ein willkommener Winterspaß für Schlittschuhläufer und Schlittenfahrer.

Eine überschwemmte Wiese am Napoleonsweg verwandelte sich beim Dauerfrost 2012 in eine Eisfläche und sorgte für Freude bei Schlitten- und Kufen-Fans.
Eine überschwemmte Wiese am Napoleonsweg verwandelte sich beim Dauerfrost 2012 in eine Eisfläche und sorgte für Freude bei Schlitten- und Kufen-Fans. © Guido Bludau (Archiv) © Guido Bludau (Archiv)

Anthony Manouvrier hatte indes wenig zu lachen. Der französische Schiffer hatte im Chemiepark Marl Granulat geladen und war gerade unterwegs nach Paris, als der Frost die Schleuse lahmlegte.

Binnenschiffer Anthony Manouvrier saß mit seinem Schiff „Lutece“ beim Dauerfrost 2012 tagelang in Dorsten fest.
Binnenschiffer Anthony Manouvrier saß mit seinem Schiff „Lutece“ beim Dauerfrost 2012 tagelang in Dorsten fest. © Rüdiger Eggert (Archiv) © Rüdiger Eggert (Archiv)

Tagelang musste der Kapitän mit seinem Schiff unterm Lippetor ausharren. Die reinste „Catastrophe“ sei das, sagte der Schiffer damals der Dorstener Zeitung.

Grausiger Fund im Löschteich

Mitte Februar machte ein Mitarbeiter einer Hausverwaltung einen grausigen Fund in einem Löschteich an der Borkener Straße. Zunächst vermutete er eine alte Jacke unter der Eisdecke. Doch es war der Leichnam eines 65-jährigen Polen, der seit Dezember 2011 als vermisst galt.

Die Bergung gestaltetet sich schwierig, weil die Eisdecke geöffnet werden musste. Einsatzkräfte waren mit Seilen gesichert, falls das Eis brechen sollte. Ein Verbrechen schloss die Staatsanwaltschaft später aus. Der 65-Jährige sei an Herzversagen gestorben, hieß es damals.

Die niedrigste jemals von den umliegenden Stationen des Deutschen Wetterdienstes erfasste Temperatur liegt übrigens bei -18 °C, gemessen im Februar 1956.

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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