Das verdient Dorstens Bürgermeister „nebenbei“ - und das spendet er

dzTobias Stockhoff

Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff hat im vergangenen Jahr fast 4700 Euro aus Nebentätigkeiten erhalten. Das ist ein sehr ordentlicher Stundenlohn. Doch von dem Geld profitieren andere.

Dorsten

, 09.05.2019 / Lesedauer: 2 min

Einmal im Jahr muss Bürgermeister Tobias Stockhoff seine Nebeneinkünfte offenlegen. Er ist nämlich Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Vest und im Sparkassenzweckverband sowie im Regionalbeirat der RAG. 4686,78 Euro hat er für diese Nebentätigkeiten im öffentlichen Dienst bekommen - für etwa elf Stunden Arbeit, wie es heißt. Das entspricht einem Stundenlohn von 426 Euro.

Tobias Stockhoff verdient als Bürgermeister der Stadt Dorsten exakt 9731,08 Euro. Das ist auf der Homepage der Stadt Dorsten nachzulesen. „Die Besoldung ist durch Gesetz festgelegt und richtet sich nach der Größe bzw. der Einwohnerzahl der Stadt“, heißt es dort. Hier finden Sie alle Besoldungstabellen.

Der Bürgermeister spendete die doppelte Summe

Das Geld aus Nebeneinkünften dürfte Dorstens Stadtoberhaupt eigentlich behalten, weil die maßgebliche Höchstgrenze nicht überschritten wird. Aber Stockhoff machte es wie in den Vorjahren anders: Er spendete das Geld an Vereine und Einrichtungen in „seiner Stadt“ - und legte freiwillig nahezu die gleiche Summe noch mal obendrauf.

In Zahlen: Exakt 9296,11 Euro hat der Bürgermeister im vergangenen Jahr aus eigener Tasche bezahlt. Die lange Liste der Wohltätigkeiten, die in der kommenden Woche dem Stadtrat vorgelegt wird, weist 57 Einzelpositionen aus. Mal sind es 50 Euro für den Kreisverband der Rassegeflügelzüchter, dann 111,11 Euro für das Jubiläum des Holsterhausener Carneval Clubs.

Ein Querschnitt durch die Stadtgesellschaft

Die meisten Geldspenden liegen zwischen 50 und 250 Euro. Die Adressaten bieten einen Querschnitt durch die Stadtgesellschaft. Fördervereine und Sportvereine, karitative Einrichtungen und Kindertagesstätten freuten sich beispielsweise über die Wertschätzung für ihre Arbeit. Das hat neben dem Geld- auch einen symbolischen Wert. Denn der Bürgermeister unterstützt damit ehrenamtliche Arbeit.

In einem Fall hat Tobias Stockhoff übrigens besonders tief ins Portmonee gegriffen. Für den Kunstrasenplatz des SSV Rhade machte er 1000 Euro locker. Aber so ein Projekt kostet ja auch richtig viel Geld.

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