Das Rätsel um den traurigen Fall des völlig abgemagerten Fundhunds in Dorsten ist gelöst

dzTierheim

Völlig entkräftet war der Hund, der im Tierheim Dorsten abgegeben wurde. Auch dank der riesigen öffentlichen Mithilfe wurde der Besitzer ermittelt. Warum ihm jetzt ein Verfahren droht.

Dorsten

, 22.08.2019, 13:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Besitzer des kleinen Pudel-Mischlings, der am Montag (19. August) in einem schlimmen und bemitleidenswerten Zustand im Dorstener Tierheim abgegeben wurde, ist ermittelt worden. Dies erklärte Jochem Manz, Pressesprecher des Kreises Recklinghausen. Das Kreisveterinäramt werde ein Verfahren gegen den Halter des Hundes einleiten. Denn der Besitzer hat nach Angaben von Jochem Manz das Tier ausgesetzt.

„Emotionale Belastung“

Der völlig vernachlässigte, entkräftete und verfilzte Rüde war am Montag von einem Anwohner an der Schollbrockstraße aufgegriffen und zum Tierheim an der Ellerbruchstraße gebracht worden. „Wir sehen im Alltag viele schlimme Dinge, der Zustand des Tieres dieses Hundes ist jedoch auch für uns eine emotionale Belastung“, sagt Annika Niemann, die Leiterin des Tierheims.

Deswegen startete der Vorstand des Tierschutzvereins noch am Montag über seine Facebook-Seite einen Aufruf, um herauszubekommen, wo der Hund herkommt und was ihm passiert sein könnte. Dieser wurde tausendfach geteilt, mit mehr 800 Kommentaren versehen und war schließlich von Erfolg gekrönt.

„Wir haben dadurch einige wichtige konkrete Hinweise von Bürgern bekommen“, so Jochem Manz. „Der Besitzer hat sich schließlich auch von selbst beim Kreisveterinäramt gemeldet.“ Der Hundehalter habe gegenüber der Behörde erklärt, dass der Hund „nach einem Familienstreit“ auf die Straße gesetzt worden sei. Wie lange die arme Kreatur sich allein durchschlagen musste, sei noch nicht bekannt.

Weiter im Tierheim

Der kleine Rüde werde keinesfalls an seinen Besitzer zurückgegeben, betonte Jochem Manz. Er bleibt erst mal in der Obhut des Dorstener Tierheims. „Wir versuchen ihn erst mal, nach und nach aufzupäppeln“, erklärt Leiterin Annika Niemann. Der Gesundheits- und Ernährungszustand sei sehr schlecht. Das Ergebnis eines Bluttests stehe aber noch aus.

Nachdem der Vierbeiner geschoren wurde, sei „ein ganz lieber, freundlicher, bezaubernder Hunde-Opi herausgekommen“, schreibt der Tierschutzverein auf seiner Facebook-Seite. Weil der Hund so strubbelig war, hat das Tierheim ihn „Peter“ genannt, nach dem „Struwwelpeter“.

Bald Frisör-Termin

„In ein paar Tagen, wenn es Peter hoffentlich wieder besser geht, haben wir einen Hundefrisör-Termin“, so Annika Niemann. Bis dahin werde der Rüde, der noch etwas streng riecht, auch geduscht sein. „Wir wollten ihn nicht gleich mit allem überfordern, er soll nach den Strapazen erst mal in Ruhe bei uns ankommen.“

Der Tierschutzverein freut sich über die bisherige Anteilnahme der Bürger und deren Hilfsangebote. Für die intensive und aufwendige Betreuung des kleinen Hundes und auch der anderen Fundtiere würde sich das Tierheim sehr über Unterstützung freuen.

Spenden erwünscht

Eine Pflegestelle oder ein neues Zuhause werde für „Peter“ noch nicht gesucht, aber: „Wer eine Patenschaft für ihn übernehmen will, kann gerne bei uns im Tierheim ein Formular ausfüllen“, so Annika Niemann. Auch ausdrücklich für den aktuellen Findling gedachte Geldspenden werden unter dem Verwendungszweck „Peter“ gern entgegengenommen.

Die Spendenkonten des Tierschutzvereins

  • Volksbank Dorsten, IBAN: DE68 4266 2320 0201 4502 01, BIC: GENODEM1DST und Sparkasse Vest RE, IBAN: DE434265 0150 0070 0353 16, BIC: WELADED1REK
  • Kontakt: Tierschutzverein Dorsten, Ellerbruchstraße 60, 46284 Dorsten, Tel. (02362) 7 61 79, Mail, Facebook und Homepage
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