Das Millionending der Feuerwehr Wulfen bei Facebook

Facebook-Erklärung

Vier Jahre ist eine Erklärung der Feuerwehr Wulfen bei Facebook alt. Jetzt hat der Löschzug Bilanz gezogen und gibt zu: „Mit einer solch großen Resonanz hatten wir nicht gerechnet!“

Wulfen

, 09.02.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Millionending der Feuerwehr Wulfen bei Facebook

Der Löschzug Wulfen der Freiwilligen Feuerwehr Dorsten hat vor vier Jahren bei Facebook erklärt, warum auch nachts das Martinshorn eingeschaltet werden muss. © Guido Bludau

Es war der 3. Februar 2016, als die Freiwillige Feuerwehr Wulfen eine lange, aber auch sehr emotionale Mitteilung bei Facebook veröffentlichte. Es ging um eine Beschwerde, dass der Löschzug zwei Tage zuvor mit Martinshorn zu einem Einsatz gefahren war - mitten in der Nacht.

Das Unfallrisiko steigt im Alarmfall

„Ja, wir rücken auch nachts mit Martinshorn aus“, schrieb die Freiweillige Feuerwehr Wulfen damals. „Denn bei Alarmfahrten steigt das Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, um das Siebzehnfache.“ Offenbar hatte sich ein (?) Anwohner der B 58 über die „Ruhestörung“ beklagt.

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An der Bundesstraße, mitten im Dorf, befindet sich das Gerätehaus des Löschzuges. „Wer unsere Ausfahrt kennt, weiß auch, dass es dort Probleme gibt“, erläuterte die Feuerwehr Wulfen damals. Eingeschränkte Sicht, eine Kurve, ein Baum - „leider lässt sich die Nutzung des Horns nicht verhindern.“

Das Millionending der Feuerwehr Wulfen bei Facebook

Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Wulfen befindet sich direkt an der B 58. © Guido Bludau

Und dann wurde es emotional in dem Facebook-Post: „Ist es so schlimm, nachts hin und wieder mal fünf Minuten wach zu sein? Wir sind es auch - FÜR EUCH. Nicht nur fünf Minuten, sondern zwei bis drei Stunden.“ Die Aufforderung, den Beitrag zu liken oder zu teilen, erfuhr eine nie erwartete Resonanz...

Die erstaunliche Bilanz nach vier Jahren

Vier Jahre später hat der Löschzug Wulfen Bilanz gezogen: Der Beitrag hat mehr als eine Million Menschen erreicht und wurde über 8300-mal geteilt. Fast 12.500 Menschen haben den virtuellen Daumen gehoben, zahlreiche aufmunternde Kommentare gab es auch. „Resonanzmäßig wurden wir in unserer Vorstellungskraft sehr übertroffen“, bestätigte der Löschzug Wulfen jetzt. Er hat bei Facebook 7370 „Freunde“.

Die Erklärung der Wulfener Wehr hat ihre Wirkung womöglich auch aus anderem Grund nicht verfehlt. Feuerwehr-Chef Andreas Fischer bestätigte auf Anfrage: „Fragen zur Nutzung des Sondersignals kommen nach Einsätzen für den Rettungsdienst und die Feuerwehr nur etwa fünfmal im Jahr vor. In der Regel reicht dann die Aufklärung über die Rechtslage für die Einsatzkräfte.“

Mit anderen Worten: Die allermeisten Dorstener haben überhaupt kein Problem damit, dass Feuerwehr oder Rettungsdienst auch mal nachts mit Martinshorn zum Einsatz fahren.

Die Straßenverkehrsordnung lässt keine Zweifel

Die Rechtslage ist in der Straßenverkehrsordnung übrigens eindeutig geregelt: Die Feuerwehr genießt auf Einsatzfahrten Sonder- und Wegerechte, darf mit erhöhter Geschwindigkeit fahren und „rote“ Ampeln ignorieren. „Blaues Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn darf nur verwendet werden, wenn höchste Eile geboten ist. Bei der Nutzung von Sonder- und Wegerechten muss stets der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz berücksichtigt werden.“

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