Darum verwenden zwei Firmen aus Dorsten blaue Kassenzettel

dzUmweltschutz

Sie fühlen sich etwas anders an, vor allem aber sind sie blau. Zwei Firmeninhaber aus Dorsten erklären, warum sie seit einigen Monaten diese ungewöhnlichen Kassenzettel verwenden.

Dorsten

, 26.09.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Apolonius Parrenin ist in den vergangenen Wochen sehr oft von seinen Kunden auf das merkwürdige Papier angesprochen worden, das aus seinem Kassen- oder Kartenautomaten rattert. „Und alle finden es gut, wenn ich es erklärt habe“, meint der Inhaber der Buchhandlung König in der Dorstener Altstadt.

Darum verwenden zwei Firmen aus Dorsten blaue Kassenzettel

Apolonius Parrenin händigt Kundin Doris Fiege den Kassenbon aus. Oft wird er von Kunden auf die blauen Zettel angesprochen. © Stefan Diebäcker

Denn es handelt sich um sogenannte „Ökobons“, die das Traditionsgeschäft aus der Lippestraße seit einigen Monaten verwendet. „Ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz“ ist das für den Buchhändler - und bislang offenbar eine Seltenheit in Dorsten. „Etwa ein Drittel teurer“ als das herkömmliche Papier seien die blauen Papierrollen, gibt Apolonius Parrenin zu, „aber das ist es mir wert.“

Ökobons verblassen nicht

Denn das umweltfreundliche Papier kommt ohne chemische Farbentwickler aus, ist deshalb blass-blau und frei von Phenol, das als krebserregend gilt. Ganz praktisch, sagt der Buchhändler, ist auch, dass die Ökobons nichts verblassen und somit auch nicht kopiert werden müssen, wenn man die Abrechnung Monate später für die Steuererklärung benötigt.

Seit dem Frühjahr bekommen auch die Kunden des Bio-Ladens „Mühle Mense“ an der Glück-Auf-Straße ihre Rechnung auf den blass-blauen Zetteln. „Für uns ist es ein kleiner Beitrag zur Nachhaltigkeit“, sagt Inhaberin Barbara Mense. „Nachteile konnte ich noch nicht feststellen. Ich vermute aber, dass das Papier etwas dicker ist, weil die Rollen häufiger getauscht werden müssen.“

Darum verwenden zwei Firmen aus Dorsten blaue Kassenzettel

Im Bio-Laden von Barbara Mense bekommen Kunden ebenfalls Ökobons - wenn sie denn überhaupt einen benötigen. © Stefan Diebäcker

Die Mühle Mense kompensiert das, indem die Kunden gefragt werden, ob der Bon überhaupt ausgedruckt weden soll. Aber natürlich steht über allem der Umweltgedanke. „Das Papier stammt aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft und kann mit dem Altpapier entsorgt werden“, sagt Barbara Mense. Herkömmliche Kassenbelege gehören eigentlich in den Restmüll.

Ladenlokal bekommt LED-Beleuchtung

Buchhändler Parrenin will es bei den Ökobons nicht belassen und sein Ladenlokal in absehbarer Zeit auf stromsparende LED-Beleuchtung umrüsten. „Die Lampen habe ich schon im Keller, aber bislang fehlte mir einfach die Zeit, um sie zu installieren.“

Denn seit der Schließung der Altstadtbuchhandlung ist bei König „viel mehr“ zu tun. Apolonius Parrenin und seine Frau freuen sich natürlich, wenn die Kasse klingelt - und dann Ökobons ausdruckt.

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