Coronavirus: Wohnungslose haben vorübergehend eine Bleibe am Hammer Weg gefunden

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Jeder Mensch braucht in Corona-Zeiten eine Zuflucht. Das gilt auch für die wohnungslosen Menschen in Dorsten. Die Stadt hat auf ihre Bedürfnisse kurzfristig reagiert.

Dorsten

, 19.03.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Aufgrund der aktuellen Empfehlung der Bundesregierung, das Haus nur für unaufschiebbare Versorgungsgänge zu verlassen und gemeinschaftliche Treffen so weit wie möglich zu vermeiden, fordert Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Deutschen Mieterbunds NRW: „Es muss gewährleistet sein, dass auch Wohnungslose vor einer ungebremsten Ausbreitung des Coronavirus‘ geschützt werden. Dies bedeutet, dass eine zeitlich unbegrenzte Unterbringung sichergestellt wird. Deshalb müssen Kommunen, zur Entlastung der Tagesstätten, die Schlafunterkünfte jetzt auch tagsüber öffnen.“

Dorstens Stadtverwaltung öffnete die Unterkunft

Dorstens Stadtverwaltung hat schon vor der Veröffentlichung dieses Appells reagiert und laut Auskunft von Vanessa Greef-Groß, der Leiterin der Beratungsstelle für Menschen in besonderen Lebenslagen, die Unterkunft am Hammer Weg an der Hervester Schleuse für Menschen ohne festen Wohnsitz wieder geöffnet. „Diese Adresse wird von unseren Klienten bevorzugt, da sie in der Klosterstraße nur zum Übernachten einkehren können“, sagt Greef-Groß.

Am Hammer Weg dürften sich die Menschen ohne eigene Wohnung nach vorheriger Absprache mit dem Sozialamt aufhalten, da die Klienten einen Schüssel für das Haus bekomme.

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Froh ist Vanessa Greef-Groß über das überwältigende Echo auf den Aufruf in der Dorstener Zeitung, Lebensmittel und Hygieneartikel für die Menschen in besonderen Notlagen zu spenden. Nachdem die Regale der Wohnungslosenhilfe so gut wie leer waren, brachten viele Dorstener Hilfspakete mit haltbaren Lebensmittel und anderen nützlichen Dingen des täglichen Bedarfes an der Borkener Straße 37 vorbei.

Spendenbereitschaft der Stadtgesellschaft ist groß

„Wir mussten im Aufbewahrungsraum sogar noch Tische dazu stellen, um alle Spenden sortieren und unterbringen zu können“, sagt Greef-Groß. Und die Spendenbereitschaft halte unvermindert an. Das freut das Team von der Wohnungslosenhilfe und letztlich natürlich auch die Nutznießer sehr. Dafür von der Wohnungslosenhilfe ein dickes Dankeschön an die zahlreichen Dorstener, die in diesen Krisenzeiten auch an ihre Mitmenschen denken.

Auf ultimative Mittel bitte verzichten

Der Mieterschutzbund appelliert indes auch an die Vermieter, in diesen Zeiten nicht zu ultimativen Mitteln zu greifen: „Zwangsräumungsverfahren sollten mit sofortiger Wirkung ausgesetzt werden. Dies gilt nicht nur für Räumungsverfahren im Anschluss an ein zivilrechtliches Klageverfahren, sondern auch für Räumungen nach dem Wohnungsaufsichtsgesetz NRW. Bei nicht unaufschiebbaren Räumungsverfahren muss zwingend Ersatzwohnraum zur Verfügung gestellt werden“, sagt Hans-Jochem Witzke, Vorsitzender des Mieterbundes NRW.

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