Das Narrenschiff wird in dieser Session 20/21 baden gehen, aber nicht für immer untergehen: Solche Nähe wie auf unserem Archivbild ist aber unter Coronaschutzbedingungen undenkbar. © Archivfoto
Karnevalssession 2020/21

Coronavirus tötet Frohsinn: Kein Rosenmontagszug in Dorsten

Die Karnevalssession 2020/21 können die Dorstener Narren abschreiben. Corona trübt den närrischen Frohsinn gewaltig. Die Karnevalisten haben den sauren Drops aber noch nicht ganz gelutscht.

Corona erstickt menschliches Beisammensein im Keim. Da macht der Karneval keine Ausnahme. Der Vorsitzende des Festkomitees Dorstener Karneval (FDK), Rudolf Haller, hat jetzt ganz schlechte Nachrichten für die Freunde des närrischen Frohsinns: „Einen Rosenmontagszug wird es in Dorsten aus heutiger Sicht nicht geben.“ Und auch die Karnevalssession, die am 11. November beginnt, dürfen die Dorstener Narren in den Wind schreiben. Es gibt aber klitzekleine Ausnahmen.

Bei der Jahreshauptversammlung des FDK wurde bereits im August durch alle Mitgliedsvereine festgestellt, dass die neue Session 2020/2021 mehr als schwierig werden würde unter Einfluss von Coronaschutzmaßnahmen. „Insofern war man sich einig, dass man es in diesem Jahr nicht wagen wird, eine größere Veranstaltung durchzuführen“, kommentiert Rudolf Haller. Wie die Session im nächsten Jahr 2021 ablaufen würde, traute sich im August noch niemand zu prognostizieren. „Jetzt, wo die Infektionszahlen wieder steigen, geht das FDK gesichert davon aus: „Es wird nichts stattfinden.“

Rosenmontagszug, wie wir ihn kennen, fällt aus

Wie man den Rosenmontag gestalten wird, ist noch nicht sicher. Es wird aus heutiger Sicht jedenfalls keinen „klassischen“ Rosenmontagszug geben. Aber bei einem Termin mit Bürgermeister Tobias Stockhoff trug Vorsitzender Rudolf Haller eine Idee vor: ein bisschen brauchtumsabhängiges Vergnügen herbeizuzaubern, um die Stimmung der betrübten Karnevalisten aufzuheitern. „Über Einzelheiten wird aber noch zu sprechen sein“, so Haller.

Klar ist schon jetzt: Das amtierende Kinderprinzenpaar soll würdig, wenn auch im sehr überschaubaren Rahmen, von seinen majestätischen Pflichten entbunden wurden. Connor und Joyce werden im Beisein von Bürgermeister Tobias Stockhoff vor wenigen Gästen mit gebührendem Abstand entthronisiert.

Ein neues Stadtprinzenpaar wird es nicht geben

Konsequenterweise wird das Festkomitee ein neues Stadtprinzenpaar für diese Session nicht nominieren. „Aus Sicht des Vorstandes ist es keinem Stadtprinzenpaar zuzumuten, in so eingeschränktem Maße eine Session zu gestalten“, sagt Haller. Und: „Viele Vereine und Städte um uns herum haben ebenfalls schon alles abgesagt und werden auch keine Tollitäten benennen. Somit werden auch keine oder nur ganz wenige Veranstaltungen durchgeführt werden“ – das ist die Bilanz des Festkomitee-Vorstandes.

Finanzielle Einbußen hofft der Dorstener Karneval mithilfe von Spendern kompensieren zu können. Denn eines wollen die hiesigen Karnevalisten ganz sicher nicht: Dass Corona dem Dorstener Karneval den Todesstoß versetzt.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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