Dieses Handy-Foto hat ein Besucher des Trödelmarktes am Sonntag gemacht: Menschen mit Masken, die an den Ständen vorbeilaufen. © privat
Coronavirus

Coronavirus: Tausende auf einem Trödelmarkt in Dorsten

Tausende Menschen haben in Dorsten einen Trödelmarkt besucht. Es gibt Kritik, die Organisatorin erklärt das Vorgehen. Die Stadt hätte den Markt gerne abgesagt, konnte es aber nicht.

Ein Trödelmarkt auf dem Poco-Parkplatz an der Marler Straße hat am Sonntag (18.10.) Tausende Besucher angelockt. Die kamen nicht nur aus Dorsten, sondern auch aus vielen anderen Städten. Augenzeugen berichten von drangvoller Enge zwischen den Ständen und langen Staus auf der Zufahrtstraße. Die Veranstalterin und die Stadtverwaltung sehen das anders.

„Die Menschen sind froh über Abwechslung“

„100 bis 150 Händler“, schätzt Sandra Dolata-Kleinlogel, waren am Sonntag in Dorsten, um ihre Waren zu verkaufen. Die Geschäftsführerin von K&D-Märkte spricht von einer „Bereicherung für die Stadt“, auch und gerade in Corona-Zeiten. „Die Menschen sind froh, wenn sie unter Einhaltung aller Hygieneregeln mal etwas unternehmen können“, meint sie. Und Sandra Dolata-Kleinlogel und ihre Mitarbeiter sind es auch: „Wir leben von diesen Märkten.“

Doch wie kann ein Trödelmarkt genehmigt werden, wenn in Coronazeiten viele Veranstaltungen abgesagt werden? Das erklärt sich aus der aktuellen Coronaschutzverordnung. Demnach sind Trödelmärkte auf der Grundlage eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes zulässig. Auch die Allgemeinverfügung des Kreises Recklinghausen verbietet Jahrmarkt-Veranstaltungen nicht.

Das Hygienekonzept hat Sandra Dolata-Kleinlogel den Behörden vorgelegt und genehmigt bekommen: Einbahnstraßen-Regelung, eingezäuntes Gelände, maximal 500 Besucher gleichzeitig, Sicherheitsdienst, Maskenpflicht. „Wir haben die Händler angewiesen, die Besucher zum Weitergehen aufzufordern, wenn sie nichts kaufen wollen“, sagt sie. „Aber die Leute stöbern ohnehin weniger, sondern kaufen gezielt Dinge für den täglichen Bedarf.“

„Wir konnten kein Verbot aussprechen“

Die Stadtverwaltung hätte „aufgrund der Corona-bedingten Entwicklung eine Absage begrüßt“, konnte aber kein Verbot aussprechen. Bei umfassenden Kontrollen am Vor- und Nachmittag sei festgestellt worden, dass sich die Besucher „gewissenhaft an die Maskenpflicht gehalten haben“, so Stadtsprecher Christoph Winkel. „Auch die Hygieneauflagen wurden eingehalten.“

Nach Einschätzung des Ordnungsamtes haben am Sonntag nicht annähernd so viele Personen wie sonst den Markt besucht. Sandra Dolata-Kleinlogel will in diesem Jahr noch zwei weitere Trödelmarkte in Dorsten anbieten, „wenn es die Auflagen zulassen“: am 8. November und am 20. Dezember.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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