Coronavirus: Stadt nimmt die „Hamsterkäufer“ auf witzig-kreative Art aufs Korn

Coronavirus

Einzelne Städte gehen mittlerweile gegen Hamsterkäufer vor. Die Stadt Dorsten handhabt das Thema kreativ und will die Bürger auf witzige Art zum Nachdenken bringen.

Dorsten

27.03.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Stadt möchte Bürger mit einem Plakat zum Nachdenken bringen.

Die Stadt möchte Bürger mit einem Plakat zum Nachdenken bringen. © Stadt Dorsten

In Corona-Zeiten ist der Wocheneinkauf mit vielen Hürden verbunden: Die Zugänge zu Läden sind teilweise auf eine bestimmte Personenzahl begrenzt, manche Waren wie Nudeln, Hefe, Mehl und das längst sprichwörtliche Klopapier sind schnell ausverkauft. In den letzten Tagen wurde Bürgermeister Tobias Stockhoff darum von etlichen Bürgern gefragt, ob die Stadt die sogenannten „Hamsterkäufe“ nicht von Amts wegen verbieten könne, wie Frankfurt am Main und Hanau dies getan haben.

Mit einem Schmunzeln zum Nachdenken bringen

Nach Abwägung überwiegen für die Stadt allerdings gute Gründe, dies nicht zu tun. „Stattdessen sollten wir auch hier auf die Vernunft der Menschen in Dorsten setzen. Wer darüber nachdenkt, wird schnell einsehen, dass es vollkommen unnötig ist, große Mengen bestimmter Waren einzulagern. Statt etwas von Amts wegen zu regeln, wollen wir die Bürgerinnen und Bürger lieber mit einem Schmunzeln zum Nachdenken bringen“, so Stockhoff.

Die Stadt möchte Bürger mit einem Plakat zum Nachdenken bringen.

Die Stadt möchte Bürger mit einem Plakat zum Nachdenken bringen. © Stadt Dorsten

Gemeinsam mit der Dorstener Illustratorin und Grafikerin Claudia Esser – bekannt etwa durch die Kinderbücher über die Lippe-Biber-Bande – hat die Stadt darum ein witziges Plakat mit dem Titel „Fair teilen ist für alle mehr“ entwickelt, das auf der Homepage der Stadt von jedem heruntergeladen werden kann. Insbesondere Ladenbesitzer sind herzlich eingeladen, es auszudrucken und aufzuhängen. Claudia Esser: „Ich finde die Idee total gut und hoffe, dass wir alle damit noch mehr Solidarität an der Ladenkasse erreichen.“

Eine amtliche Regelung ist kaum durchsetzbar

Eine amtliche Regelung der zulässigen Einkaufsmengen ist nach Prüfung der städtischen Juristen kaum durchsetzbar. Viele Fragen in diesem Zusammenhang sind auf die Schnelle kaum zu beantworten: Für welche Produkte sollte eine solche Regelung gelten? Und wie kann man nachhalten, ob jemand für sich alleine einkauft oder für eine fünfköpfige Familie und die betagten Eltern vielleicht noch gleich mit?

„Wir wollen niemandem vorschreiben, was er kaufen darf und was nicht. Denn im Einkaufswagen spiegeln sich immer besondere Vorlieben und das muss auch möglich bleiben. Zumal ja alles erhältlich ist. Aber dass bestimmte Artikel immer schnell geplündert werden, ist sehr ärgerlich für alle, die arbeiten müssen und die beim Einkauf nach Feierabend vor leeren Regalen stehen. Das muss nicht sein“, betont Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Bei Interesse, das Plakat in abgewandelter Form zu verwenden (für andere Städte, mit Firmenlogo, mit geändertem Text) können die Nutzungsrechte für ein „Blanko-Exemplar“ direkt bei der Dorstener Illustratorin Claudia Esser erworben werden. Mehr Infos über Ihre Arbeit und Kontakt im Internet auf der Seite www.manusfactur.de sowie auf ihrer Facebook-Seite.

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