Coronavirus: Schulen und Kitas ab Montag geschlossen - sieben Corona-Fälle in Dorsten

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Ab Montag bleiben Schulen und Kindergärten in NRW geschlossen. Die Stadt Dorsten berät über Möglichkeiten einer Not-Betreuung. Die Zahl der Corona-Erkrankten in Dorsten steigt.

Dorsten

, 13.03.2020, 16:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen des Coronavirus werden alle Schulen und Kitas in Nordrhein-Westfalen ab dem kommenden Montag bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen. Um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, soll laut der NRW-Landesregierung auch auf Besuche in Altenheimen und Krankenhäusern verzichtet werden.

Nach Angaben des Kreisgesundheitsamtes sind in Dorsten sieben Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden (Stand 13.3.). Das Amt macht aus Gründen des Datenschutzes keine Angaben darüber, ob die Erkrankten miteinander in Kontakt standen oder zum Beispiel dieselben Veranstaltungen besucht haben.

Zwei Corona-Patienten im Kreis Recklinghausen im Krankenhaus

Die Zahl der Corona-Erkrankten im Kreis Recklinghausen stieg am Freitag auf 37. Der Großteil befinde sich in häuslicher Quarantäne, teilte der Kreis auf Nachfrage mit. Zwei Personen werden stationär im Krankenhaus behandelt. „Aus Datenschutzgründen können wir keine näheren Angaben zum Gesundheitszustand der Personen machen und auch nicht sagen, um welche Krankenhäuser es sich handelt“, sagte Kreissprecher Jochem Manz.

Die Stadt Dorsten prüft Möglichkeiten einer Not-Betreuung für Kinder von Ärzten, Pflegekräften und Eltern in anderen sogenannten „systemkritischen Berufen“. Eine Entscheidung soll am Samstag fallen. Von einer Betreuung durch Großeltern wird abgeraten, da Kinder bereits infiziert sein könnten und das Virus für ältere Menschen besonders gefährlich ist.

Kinderbetreuung: Blick in den Arbeitsvertrag lohnt

In Paragraf 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) ist geregelt, dass beispielsweise im Fall einer Schulschließung ein Elternteil „für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit“ bei Lohnfortzahlung zu Hause bleiben kann, sofern trotz aller Bemühungen eine Kinderbetreuung unmöglich ist. Was „verhältnismäßig“ ist, ist dort nicht näher bestimmt.

Ein Blick in den Arbeitsvertrag lohnt immer: Paragraf 616 BGB kann darin ausdrücklich ausgeschlossen sein. Wichtig ist, den Arbeitgeber umgehend zu informieren. Häufig lassen sich schon so einvernehmliche Lösungen wie Homeoffice oder Überstundenabbau finden.

Die Schließung der Schulen bedeutet nicht, dass es jetzt verlängerte Osterferien gibt. „Wir werden unsere etablierten Kommunikationswege nutzen, um den Unterricht so gut es geht zu ersetzen“, sagte Benedikt Wieschhörster, stellvertretender Schulleiter am Gymnasium St. Ursula. Normaler Unterricht lasse sich dadurch freilich nicht in Gänze ersetzen, „aber so können wir zumindest eine Notversorgung in den Fächern sicherstellen, in denen Klausuren geschrieben werden.“ Die Abivorklausuren wurden bereits geschrieben.

Die Klassenlehrer der Neuen Schule Dorsten stellen ihren Schülern über die Schulwebsite ein Lehr- und Lernpaket zur Verfügung. Unter verschiedenen Voraussetzungen sei die Betreuung der Kinder gesichert, teilte Schulleiterin Susanne Bender mit: „Am Montag sind Schulleitung und Lehrkräfte in der Schule anwesend.“

Auch an der Gesamtschule Wulfen habe man sich „bestmöglich darauf vorbereitet, dass Schüler zu Hause lernen so gut es geht“, sagte der stellvertretende Schulleiter Markus Jakschik. Schulbücher werden mit nach Hause genommen, E-Mail-Verteiler sind eingerichtet und im Download-Bereich auf der Schulhomepage werden Materialen bereitgestellt. Das Petrinum teilte mit, dass Vorbereitungen getroffen wurden, „die eine Versorgung mit Lernmaterial für alle Schülerinnen und Schüler in allen Fächern sicherstellt“.

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