Coronavirus: Schützenvereine erwarten schnell Klarheit vom Land

Schützenfeste

Zwei Vereine hatten bereits ihre im Mai geplanten Schützenfeste abgesagt. Nun warten die anderen Dorstener Vereine auf eine offizielle Entscheidung, wie es in diesem Jahr weitergehen kann.

Dorsten

, 19.04.2020, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weil auf den Festplätzen und - zelten zu viele Menschen zusammen kommen, sind die Schützenfesttermine in Dorsten in diesem Jahr sehr fraglich geworden.  Auch  in Lembeck, wo dieses Archivbild entstand.

Weil auf den Festplätzen und - zelten zu viele Menschen zusammen kommen, sind die Schützenfest-Termine in Dorsten in diesem Jahr sehr fraglich geworden. Auch in Lembeck, wo dieses Archivbild entstand. © Julian Schäpertöns

Als erster Dorstener Schützenverein sagte Anfang April derjenige in Deuten sein für Mitte Mai geplantes Schützenfest offiziell ab. Eine Woche später gab der Vorstand des Bürgerschützenvereins auf der Hardt bekannt, dass das Schützenfest vom 22. bis 24. Mai wegen der Corona-Krise nicht wird stattfinden können.

Aktuell erwarten alle Dorstener Vereine Klarheit, was die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen konkret unter Großveranstaltung versteht. Bekanntlich verständigten sich Bund und Länder darauf, dass Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020 nicht stattfinden sollen. Was auch die Dorstener Veranstaltungen betrifft.

Per Videokonferenz schalteten sich die Vertreter der Dorstener Schützenverein mit Bürgermeister Tobias Stockhoff zusammen

Per Videokonferenz schalteten sich die Vertreter der Dorstener Schützenverein mit Bürgermeister Tobias Stockhoff zusammen © Privat

Bürgermeister Stockhoff hatte am Freitag mit Hendrik Schulze-Oechtering (Vorsitzender der Dorstener Schützen-AG) und Vertretern aller 13 Schützenvereine in einer Videokonferenz über die Situation beraten. „Aktuell gehen wir alle davon aus, dass darunter auch Schützen- oder Sommerfeste fallen werden. Noch gibt es aber keine klaren Definitionen seitens des Landes“, so Stockhoff.

Bitte an Regierungspräsidentin

Er habe Regierungspräsidentin Dorothee Feller gebeten, eine zeitnahe Klärung bei der Landesregierung zu erbitten. Hendrik Schulze-Oechtering erklärte: „ Der Schutz der Gesundheit von unseren Mitmenschen geht vor. Alle Schützenvereine gehen sehr verantwortungsbewusst mit dieser Fragestellung um, erwarten jedoch jetzt auch Rechtssicherheit.“

Deshalb wollen sie erst einmal ein paar Tage abwarten, bevor sie sich konkret über die weitere Entwicklung äußern.

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In diesem Jahr hätten in Dorsten außer in den eingangs genannten in folgenden Ortsteilen Schützenfeste stattgefunden: Holsterhausen-Dorf (30. Mai- 1, Juni), Feldmark I + II. (5. bis 7. Juni), Lembeck (6. bis 8. Juni), Rhade (25. bis 27. Juli), Hervest-Dorsten (14. bis 16. August).

Auswirkungen dürfte das Thema wahrscheinlich auch auf Kompanie-, Sommer- oder Kinderschützenfeste haben. „Je nach Größe und Definition kann auch dies schnell in Richtung von Großveranstaltungen gehen“, sagt Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Die Lembecker Schützen hatten als erster Verein nach der Videokonferenz die Schützen-Masken-Collage fertig und gewannen 50 Liter Bier.

Die Lembecker Schützen hatten als erster Verein nach der Videokonferenz die Schützen-Masken-Collage fertig und gewannen 50 Liter Bier. © Privat

Dass sowohl Schützen wie Bürgermeister nicht den Humor trotz kritischer Zeiten verloren haben, zeigt eine Anekdote am Rande: Bürgermeister Tobias Stockhoff verließ am Freitag um genau 19.10 Uhr die Videokonferenz mit dem Versprechen: „Wer mir als erster Vereine eine Collage aus 12 Maskenträgern sendet oder es postet, der gewinnt ein 50 Liter Fass Bier!“

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Der Schützenverein Lembeck war um 19.32 Uhr soweit und kann sich über die 50 Liter freuen. 20 Liter bekommt die Feldmark und 5 Liter gehen nach Holsterhausen-Dorf. Wie zu hören war, wurden die Altstadtschützen disqualifiziert, auch wenn Oberst Hendrik Schulze-Oechtering zwölf Schützen schöne Masken am Handy gemalt hatte.

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