Coronavirus: Nachbarschaftshilfe schenkt Alten und Einsamen ein offenes Ohr

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Einsame und Alte, Ängstliche und Kranke - ihnen fehlt möglicherweise ein offenes Ohr für ihre Nöte. Die Nachbarschaftshilfe Barkenberg bietet ihnen einen Weg aus der häuslichen Isolation.

Wulfen-Barkenberg

, 26.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Isoliert lebende Menschen haben es nicht leicht. Hans-Udo Schneider, Psychologe und Psychotherapeut, weiß, dass in Zeiten von Corona zuweilen die menschliche Ansprache von Alleinstehenden, Alten und Kranken schmerzlich vermisst wird.

Erstgespräch und dann weitere Kontakte

Schneider, der sich in der Nachbarschaftshilfe Wulfen-Barkenberg engagiert, verspricht diesen Menschen ein offenes Ohr: „Gerne bieten wir aber unsere Hilfe an, wenn es um telefonische Kontakte geht. Alleinstehende alte Menschen, Kranke, Pflegebedürftige können sich an uns wenden. Ich werde mit den Interessenten ein Erstgespräch führen. Für regelmäßige Gespräche stehen dann auch eine Reihe unserer Mitglieder zur Verfügung, die sämtlich über langjährige Erfahrungen in der Altenhilfe verfügen“, so Schneider.

Für Alleinstehende und kranke Menschen in Barkenberg und in seiner Funktion als Nachbarschafshelfer ist Hans-Udo Schneider unter Tel. (02369) 24138 der erste Ansprechpartner.

Die Nachbarschaftshilfe könne wegen des hohen Altersdurchschnitts der Mitglieder keine Einkaufshilfen anbieten, aber fürs Zuhören stünden die Aktiven bereit, so Schneider.

Der Psychologe und Psychotherapeut Hans-Udo Schneider hat festgestellt, dass das Bedürfnis nach Gesprächen und therapeutischen Hilfen in dieser für alle Menschen schwierigen Zeit gestiegen ist. „Ich habe deutlich mehr Anrufe“, sagt er. Ihm bekannte Klienten therapiert Schneider weiterhin, bei neuen Patienten sei er aber defensiv wegen der Ansteckungsgefahr.

Da trifft es sich gut, dass Psynet, ein Zusammenschluss von psychologischen Psychotherapeuten im Kreis Recklinghausen, dem auch Dorstener Kollegen angehören, neuerdings Videochats und Videotherapiesitzungen anbietet.

Psynet ist eine empfehlenswerte Adresse für Menschen

Über Handy, Tablet, PC wird von den Therapeuten und Therapeutinnen ein von der Kassenärztlichen Vereinigung genehmigtes datenschutzrechtlich geprüftes Programm eingesetzt. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dieser Form der Therapie gemacht und möchten dazu ermutigen, es auszuprobieren“, heißt es. Hans-Udo Schneider bestätigt, dass über Psynet Kontakte zu Patienten hergestellt wurden oder werden.

In seinem heimischen Büro empfängt er Menschen, die er seit Längerem betreut. „Ich stelle den Besuchern anheim, zu mir zu kommen oder telefonisch mit mir zu kommunizieren“, sagt Schneider. Eine Bedingung müssen die Gäste aber erfüllen: „Sie müssen sich bei mir im Haus zunächst die Hände waschen und in der Therapiesitzung zwei Meter Abstand halten.“ Damit sei er in Coronazeiten bislang gut gefahren.


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