Coronavirus: Mehr Intensivbetten, Beatmungsgeräte und Personal im Krankenhaus geplant

Coronavirus-Pandemie

Die Corona-Krise zwingt das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten zu drastischen Maßnahmen. Unter anderem wird dringend zusätzliches Personal benötigt. Freiwillige sollen sich melden.

Dorsten

, 28.03.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Luftbild (Dezember 2019) zeigt das St. Elisabeth-Krankenhaus, das derzeit erweitert wird.

Das Luftbild zeigt das St.-Elisabeth-Krankenhaus, das derzeit erweitert wird. © www.blossey.eu

„Aufgrund der aktuellen Krisensituation“ sieht sich das Katholische Klinikum Ruhrgebiet Nord (KKRN) gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen, um gegen die Auswirkungen des Coronavirus‘ gewappnet zu sein. Das teilte das Klinikum, zu dem auch das Dorstener St.-Elisabeth-Krankenhaus gehört, jetzt mit. Unter anderem wurde „ein erheblicher Ausbau der Intensiv- und Beatmungskapazitäten an allen vier Standorten“ beschlossen.

Operationen und Behandlungen verschoben

Schon jetzt seien ausgewählte Operationen und Behandlungen in den Krankenhäusern zurückgefahren worden, um auf die erwarteten erhöhten Patientenzahlen vorbereitet zu sein, hieß es weiter. Insgesamt verfügt das KKRN an allen Standorten über rund 1000 Betten.

Über die konkrete Zahl der Intensivbetten sowie die Zahl der jetzt angestrebten weiteren Intensivkapazitäten wollte sich Geschäftsführer Dr. Andreas Weigand auf Anfrage der Redaktion nicht äußern. Auch über den Umfang der aktuellen und künftigen Beatmungskapazitäten gab er - anders als zahlreiche andere Einrichtungen dieser Art - keine Auskunft.

Freiwilliges Personal

Für die neuen Intensiv- und Beatmungskapazitäten brauche das KKRN zudem Personal, „um eine adäquate Patientenversorgung sicherstellen zu können“, ließ Prokurist Guido Bunten wissen. Über Soziale Medien wie Facebook und Instagram sei daher ein Aufruf gestartet worden. „We Want You“ („Wir wollen dich“) heißt es dort. Der Klinikverbund suche „Freiwillige“.

Die Meetings im Klinikverbund finden per Videoübertragung statt.

Die Meetings im Klinikverbund finden per Videoübertragung statt. © Privat

Eine medizinische oder pflegerische Qualifikation ist nicht zwingend erforderlich. „Ob mit oder ohne medizinische Vorkenntnisse:

Schreibt uns einfach eine E-Mail an info@kkrn.de“, so der Appell an interessierte Bewerber.

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Diese sollen lediglich angeben, in welchen Bereichen (zum Beispiel Pflege, Technik oder Verwaltung) sie helfen wollten. Für die ehrenamtliche Tätigkeit will das KKRN Versicherungsschutz, Verpflegung und Schutzkleidung anbieten.

„Wir haben den Aufruf sozusagen schon einmal im Voraus gestartet, damit wir auf einen Freiwilligen-Pool zurückgreifen können, wenn wir im Ernstfall Hilfe durch Ehrenamtliche benötigen“, so Birgit Böhme-Lueg (Leitung Marketing/Unternehmenskommunikation).

„Wir müssen damit rechnen, dass Mitarbeiter ausfallen“

Keiner wisse, wie sich die personelle Situation aufgrund von COVID-19-Erkrankungen in den Krankenhäusern entwickelt. „Wir sind momentan gut aufgestellt und haben ausreichend Personal, um unsere Patienten versorgen zu können. Wir müssen jedoch auch damit rechnen, dass Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen ausfallen.“

Hier könnte das Krankenhaus dann auf Unterstützung durch die Bevölkerung angewiesen sein, die in patientenfernen Bereichen mit ihrem Know-How unterstützen könnte. „Gleichwohl haben sich auch bereits Freiwillige gemeldet, die pflegerisch und medizinisch vorgebildet sind, wie zum Beispiel Mütter, die zurzeit in Elternzeit sind oder auch Medizinstudenten, die zurzeit keine Vorlesungen haben und auch schon bei uns tätig waren.“

Tägliche Videokonferenzen

Wie der Verbund weiter erklärte, werde täglich eine KKRN-weite Videokonferenz unter anderem unter Beteiligung des ärztlichen Dienstes und des Pflegedienstes einberufen, um die Arbeit jeweils an die aktuelle Situation anpassen zu können.

Zugleich hoffe man angesichts der besonderen Anforderungen auf einen finanziellen Ausgleich durch die öffentlichen Stellen. „Wir brauchen diese Unterstützung nicht nur für die freigeräumten Betten, sondern auch für den Aufbau unserer Intensiv- und Beatmungskapazitäten sowie für die Beschaffung von Schutzmaterial“, bestätigte Prokurist Guido Bunten.

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