Lembecker „Nähfabrik“ hat über 2000 Masken produziert

Coronavirus

29 Näherinnen aus Lembeck haben in den letzten Wochen ganze Arbeit geleistet und eine rekordverdächtige Zahl an Masken produziert - natürlich ehrenamtlich.

Lembeck

von Frank Langenhorst

, 25.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die fleißigen Helfer aus Lembeck

Die fleißigen Helfer aus Lembeck: Daniela Neuhaus, Birgit Micheel, Hedwig Anderbrügge, Inge Cosanne, Katja Fichna, Daniela Wietheger, Corinna Schütz und Eva Hovestadt (oben v.l.), Brigitte Thurm, Irmgard Kleine-Vorholt, Rita Dinkler, Tanja Lammers, Marie und Ramona Stuke, Marion Rednoß, Elisabeth Berger und Britta Lasarz, Franz-Josef Sondermann und Jana Büser (mittlere Reihe v.l.) sowie Elisabeth Lohbreyer, Ulrike Lohbreyer, Conni Lohbreyer, Annika Lohbreyer, Sylvana Becker, Silvia Lensen, Brigitte Jochheim, Katharina Wissusek und Lea Pasing (unten v.l.). © privat /Collage: Langenhorst

Die Schneiderin Birgit Micheel hat in den letzten Wochen jeden in Lembeck und Umgebung mobilisiert, der nähen kann und eine Nähmaschine hat. Schon zu Beginn der Coronakrise und spätestens mit der Tragepflicht der sogenannten Mund-Nase-Masken in Geschäften, Gaststätten, bei Friseuren oder Krankenpflege und öffentlichen Personentransporten wurde klar, dass diese Mund-Nase-Masken Mangelware sind.

Ehrenamtlich über 2000 Masken genäht

In Rekordzeit entstand eine riesige Solidargemeinschaft, und die Nähmaschinen ratterten, was das Zeug hält. Die zahlreichen Mund-Nase-Masken „made in Lembeck“ waren vorrangig für Ärzte, Pflegekräfte und Einkaufshelfer der Coronahilfe Lembeck gedacht. Die fleißigen Frauen verbrachten Stunden um Stunden an ihren Nähmaschinen und nähten ehrenamtlich weit über 2000 Masken.

Franz-Josef Sondermann kümmerte sich ehrenamtlich auch um die Funktionalität der einzelnen Nähmaschinen. Der 84-jährige Lembecker ist gelernter Ingenieur und eigentlich froh, dass er seinen Ruhestand schon längst erreicht hat. Er repariert, restauriert und besorgt Ersatzteile für alte oder defekte Geräte und dies für einen guten Zweck.

Jetzt lesen

Für seine Arbeitszeit will Franz-Josef Sondermann kein Geld haben, sondern bittet um eine Spende für die „Villa Kunterbunt“ in Trier - ein Zentrum, das Familien mit schwerkranken Kindern hilft. Es handelt sich um ein Nachsorgezentrum für krebs-, chronisch- und schwerstkranke Kinder. Bisher konnte Sondermann rund 38.000 Euro sammeln.

Über Messenger-Gruppe vernetzt

Die Lembecker „Nähfabrik“ ist über eine WhatsApp-Gruppe vernetzt und berät ständig darüber, wer was braucht und wofür Spendengelder bereitgestellt werden sollen. Ausdrücklich bedankt sich die Gruppe für etliche Material- und Geldspenden, die die Näherinnen mit lobenden Worten erhielten.

Und weil wirklich ausnahmslos alle Näherinnen und der Nähmaschinenreparierer ehrenamtlich gearbeitet haben, konnten rund 4000 Euro an die Firma Elvermann für das Ruanda-Schulprojekt und 400 Euro für die Villa Kunterbunt in Trier übergeben werden.

Lesen Sie jetzt