Jüdisches Museum Westfalen öffnet: Maskenpflicht und keine Führungen

dzCoronavirus

Das Jüdische Museum öffnet am Dienstag wieder. Masken sind Pflicht und Gruppenführungen werden vorerst nicht angeboten. In einem anderen Punkt setzt das Museum auf die Vernunft der Besucher.

Dorsten

, 11.05.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast zwei Monate war das Jüdische Museum Westfalen geschlossen. Nun freut sich das Team um Norbert Reichling, dass es endlich wieder losgehen kann: Am Dienstag (12. Mai) öffnet das Museum. Das wäre laut Verordnung sogar schon etwas früher gegangen, aber man habe trotz „kultureller Langeweile“ in den vergangenen Wochen nun nichts überstürzen wollen, sagt Museumsleiter Reichling.

Geöffnet wird wieder zu den regulären Zeiten. Reduzierte Öffnungszeiten seien zwar diskutiert worden. „Im Sinne der Entzerrung haben wir uns aber für das große Zeitfenster entschieden“, so Reichling. In Abstimmung mit der Stadt wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt.

Dieser sieht neben der bekannten Abstandsregel unter anderem vor, dass nur 20 Personen gleichzeitig eine Ausstellung besuchen können. In der Quotierung sieht das Museum aber kein großes Problem. Deshalb ist es auch erst einmal nicht nötig, sich vor dem Besuch anzumelden. Menschen mit offensichtlichen Symptomen einer Erkältung bekommen keinen Zutritt.

Maskenpflicht und keine klassischen Führungen

Laut Verordnung gilt in allen NRW-Museen die Maskenpflicht. Aus diesem Grund wird es vorerst keine klassischen Führungen im Jüdischen Museum geben. „Wir wären ja gezwungen, diese mit Maske durchzuführen“, sagt Reichling. „Das erscheint uns nicht realistisch.“ Kleingruppen von 8 bis 10 Personen bekommen auf Wunsch kurze Einführungen und Möglichkeiten zur Nachfrage.

„Die Reinigungsfrequenz erhöhen wir extrem“, kündigt Reichling an. Das gelte vor allem für sensible Flächen. Touchscreens bekommen eine Schutzfolie, die regelmäßig gereinigt und ausgetauscht wird. Stationen mit Audio-Angebot werden regelmäßig desinfiziert. Ausstellungsbereiche abzusperren, ist vorerst nicht geplant. Das Museum bittet allerdings darum, Exponate in den Bereichen, in denen normalerweise viel angefasst werden kann und soll, nicht zu berühren.

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Besucher werden gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen, damit Infektionsketten sich ggf. besser nachvollziehen lassen. Ein Zwang besteht nicht. „Wir setzen da aber auf eine gewisse Einsichtigkeit der Leute“, sagt Reichling. „Das ist ja im Sinne aller.“

Neben der Dauerausstellung gibt es die neue Wechselausstellung „Linien der Levante“ zu sehen. Sie zeigt Zeichnungen, Aquarelle, Collagen und Fotos aus Tel Aviv und Jerusalem, die Studenten der Münster School of Design während und nach ihren Israel-Exkursionen in den Jahren 2012, 2014 und 2018 angefertigt haben.

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