Coronavirus: Einzelhandel sucht dringend Helfer - und auch Berufskraftfahrer fehlen

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Corona deckt die Schwächen des Arbeitsmarktes auf: Seit Monaten sucht der Einzelhandel Mitarbeiter. In der jetzigen Krisenzeit klaffen riesige Lücken. Berufskraftfahrer fehlen auch.

Dorsten

, 25.03.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Cordula Cebulla, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Recklinghausen, die auch für Dorsten zuständig ist, weiß, wo in diesen Tagen besonderer Bedarf auf dem Arbeitsmarkt besteht: „Im Einzelhandel, in Supermärkten, in Bäckereien und Metzgereien.“

Insbesondere Verkäuferinnen und Verkäufer, Kassiererinnen und Kassierer sowie Lagerarbeiter seien begehrt. Der Online-Versandhandel sei beispielsweise auf Helfer angewiesen, die Waren verpacken oder als Lageristen tätig sein können. In diesen Branchen, so Cebulla, habe sich die Nachfrage erhöht, sie sei aber schon seit Längerem spürbar.

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Potenzielle Arbeitnehmer hätten es zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht so eilig, sich für ein Unternehmen zu empfehlen: „Es gibt zwar Anfragen. Zurzeit möchten die Interessenten aber nicht ran.“ Sie warten augenscheinlich ab, bis die (Corona)-Luft rein ist. „Es wird ausdrücklich nach einem Arbeitsbeginn Anfang Mai oder Juni gefragt.“

Einzelhandel ringt um jede Arbeitskraft

Großkunden wie Lidl oder Aldi werden von der Großkundenbetreuung der Arbeitsagentur unter die Fittiche genommen. Anfragen von ihnen landen gar nicht erst bei den Bezirksagenturen auf dem Tisch, sagt Cebulla. Gleichwohl sei deutlich spürbar, dass der Einzelhandel um jede Kraft ringe. „Zumal momentan ja auch überlegt wird und teilweise auch schon angeboten wird, sonntags zu öffnen, um die Nachfrage der Kunden zu decken“, so Cebulla.

Nachfrage dürfte nach Corona wieder etwas abebben

Sie geht davon aus, dass die Unternehmen vorübergehend diese Kräfte zur Aufstockung ihrer Teams brauchen, um in Schichten und an Wochenenden funktionieren zu können. Ebenso gefragt, aber ebenso wenig vorhanden: Berufskraftfahrer. „Der Handel braucht zurzeit Leute, die die Waren von A nach B fahren können. Aber auch da hat es schon vor Corona einen erheblichen Mangel an ausgebildeten Fachkräften gegeben“, weiß Cebulla.

Pflegekräfte fehlen allerorten

Bei den Pflegekräften sei indes das Ende der Fahnenstange erreicht. „Schon vor der Pandemie waren sie sehr gesucht. Der Markt ist leer gefegt.“ Die Häuser müssten sehen, wie sie sich selbst organisieren.

Jobsuchenden und Jobanbietern empfiehlt die Agentur-Sprecherin, sich an die Hotlines ihrer Behörde zu wenden. Arbeitnehmer, Arbeitslose oder Schüler wählen die (0800) 4555500, in Notfällen ist die Nummer (02361) 40 1000 die richtige und für Arbeitgeber oder die Anmeldung von Kurzarbeit empfiehlt sich die (0800) 45555 20.

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