Eröffnung am Muttertag: Altenheime hoffen, dass Corona wegbleibt

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Alte Menschen und ihre Angehörigen freuen sich: Zum Muttertag (10.5.) feiern sie nach der Schließung der Altenheime wegen Corona ein Wiedersehen. Wie das aussehen soll, geben die Häuser vor.

Dorsten

, 07.05.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter vielen alten Menschen in Seniorenzentren in Dorsten und ihren Angehörigen liegt eine lange Durststrecke. Mehr als sechs Wochen mussten sie wegen Corona auf persönliche Begegnungen verzichten.

„Wir haben alles unternommen, um unseren Bewohnern die Zeit zu verkürzen und sie zu unterhalten“, sagt Sonja Schroer-Klösener, Leiterin des AWO-Seniorenzentrums am See in Wulfen-Barkenberg.

Digital gut drauf: Bewohner des AWO-Seniorenzentrums Am See skypen mit Angehörigen über ein Tablet.

Digital gut drauf: Bewohner des AWO-Seniorenzentrums Am See skypen mit Angehörigen über ein Tablet. © privat

Nun aber steht die Öffnung der Seniorenzentren wieder an. Am Muttertag (10. Mai) müssen die Seniorenzentren den Besucherandrang regeln. Der fällt naturgemäß an diesem Tag besonders üppig aus.

Strikte Auflagen für ein Wiedersehen

Doch die Wiedersehen von Hausbewohnern und Verwandten sind an strikte Auflagen gebunden. Unbesehen kommt niemand in die Seniorenzentren, schon gar nicht auf die Stationen. Treffen sind einem strengen Reglement unterworfen.

Am AWO-Seniorenzentrum in Barkenberg sind viele Bewohner mobil und drehen täglich ihre Runde auf dem weitläufigen Grundstück am See.

Am AWO-Seniorenzentrum in Barkenberg sind viele Bewohner mobil und drehen täglich ihre Runde auf dem weitläufigen Grundstück am See. © privat

„Wir bekommen einen Pavillon von unserer Zentrale in Dortmund, dort dürfen sich immer ein Angehöriger und ein Bewohner zusammensetzen. Im Pavillon wird eine durchsichtige Spuckschutzwand aufgestellt“, berichtet Sonja Schroer-Klösener.

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Der Pavillon werde im Garten errichtet. Durch diesen Pavillon würden alle Besucher und ihre Angehörigen nacheinander geschleust. „Zurzeit telefonieren wir Verwandte ab und vergeben Termine“, so Schroer-Klösener.

Unangemeldete Besucher haben ein Problem

Unangemeldete Besucher werden es schwer haben, am Muttertag durchzudringen. „Wir haben aber einen Tisch vor dem Eingang aufgestellt, auf denen Gäste ihre Geschenke oder ihren Blumengruß ablegen können.“

Lediglich für bettlägrige Hausbewohner gebe es eine Ausnahme: „Nach Voranmeldung kann ein Besucher in Schutzkleidung, die wir ausgeben, seinen Angehörigen besuchen“, erklärt die Heimleitung. Allerdings müssen bei allen Besuchern Fragebögen abgearbeitet werden. Bei etwaigen Covid19-Erkrankungen sollen im Nachhinein die Infektionsketten nachvollzogen werden können, um eine individuelle Quarantänemaßnahme zu ermöglichen.

Balkongespräche mit dem Betreuungsdienst

Balkongespräche mit dem Betreuungsdienst © privat

Im Seniorenzentrum St. Marien kommen Besucher nicht um eine Temperaturmessung vorbei. „Wir haben uns extra ein Stirnmessgerät besorgt“, sagt Annette Ortmann.

Sonja Schroer-Klösener und Annette Ortmann sehen die Wiedereröffnung mit gemischten Gefühlen: „Wir waren froh über das Kontaktverbot und auch darüber, dass bei uns niemand an Covid 19 erkrankt ist. Hoffentlich bleibt das auch so.“

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