Abiprüfung während Corona: „Es war schon ganz okay, aber auch nötig?“

dzCoronavirus

Nichts als lernen, lernen und noch mehr lernen - das kennen alle, die sich mal auf Abiturprüfungen vorbereitet haben. In diesem Jahr ist aber alles etwas anders - wegen Corona.

Dorsten

, 14.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jahrelang arbeiten Schüler auf diese Phase ihres Lebens hin - das Abitur. Als Startschuss für ein selbstbestimmtes und erfolgreiches Berufsleben wird es oft angesehen. Doch im Jahr 2020 stellt das Coronavirus die Schüler vor Extrembedingungen.

Ganze drei Wochen später als geplant finden in diesem Jahr die Abiturprüfungen in NRW statt. Naja, könnte man jetzt denken, drei Wochen mehr Vorbereitungszeit, aber das sieht Hannah Stöcking (18) aus Dorsten etwas anders: „Die Frage war ja lange, ob wir überhaupt Prüfungen schreiben werden.“ Die ganze Situation sei im Vorfeld „sehr chaotisch“ gewesen. „Es ist schwer, sich auf so etwas einzustellen“, ergänzt sie.

Der Ausgleich zur Paukerei fehlt

Das Lernen zu Hause sei ebenfalls nicht optimal gewesen. Die Gruppenarbeiten, die einen zusammen mit den Mitschülern auf das Abitur vorbereiten sollen, konnten dank Corona nicht stattfinden. „Auch Videochats sind keine große Hilfe. Um ein paar Fragen zu klären, reicht es, aber man lernt dann doch wieder allein“, so die 18-jährige Schülerin vom St.-Ursula-Gymnasium.

Prüfungen ja - Abiball nein. Auch diese Situation ist für Schüler nicht schön. „Normalerweise hat man ja etwas, auf das man sich freuen kann nach der ganzen Paukerei, in diesem Jahr gibt es aber weder Abibälle noch Mottowochen. So fehlt uns einfach der Ausgleich“, sagt Hannah Stöcking. Das mache die Situation nicht leichter für die Schüler, auch wenn ihnen klar ist, dass es nun mal so sein muss.

Prüfungssituation unter Coronabedingungen

Am Mittwoch war es dann so weit - die erste Abiprüfung 2020 stand an, im Fach Deutsch. „Die Prüfungssituation an sich war eigentlich ganz okay“, sagt Hannah Stöcking. Beim Reingehen mussten die Schüler Masken tragen, im Prüfungsraum durften sie dann abgenommen werden.

Jetzt lesen

Außerdem saßen sie nur zu viert in einem Raum - mit einem Mindestabstand von zwei Metern versteht sich. Zeitgleich saßen vier Mitschüler in einem zweiten Raum. „Ansonsten war es eine relativ normale Abiprüfung, denke ich“, sagt die 18-Jährige über ihre erste Abiturprüfung.

„Lange Gespräche sind nicht drin“

Die sonst vor Prüfungen übliche Zusammenrottung von Schülern, die sich gegenseitig noch schnell etwas fragen wollen und sich so häufig auch verunsichern, gab es durch die Coronabedingungen nicht. „Wir haben uns nur kurz ‚Hallo‘ gesagt und sind dann einzeln in das Gebäude gegangen.“ Gleiches gilt für das anschließende Treffen und Besprechen der Prüfung. „Lange Gespräche sind ja nicht drin“, so Hannah Stöcking.

Insgesamt fand sie die Prüfungssituation „ganz okay“ und „machbar“. „Aber ich weiß ja nicht, ob Abiturprüfungen während einer Pandemie unbedingt nötig sind“, ergänzt Hannah Stöcking. Am Dienstag, 19. Mai, steht für sie die nächste Prüfung an - Englisch.

Lesen Sie jetzt