Coronakrise trifft Baubranche in Dorsten nur bedingt

dzCoronavirus

Viele Unternehmen müssen derzeit ums Überleben kämpfen. Die Bauunternehmen haben dagegen nicht so viele Sorgen - oder nur bedingt. So ist die Lage auf Dorstens Baustellen.

Dorsten

, 20.04.2020, 09:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einige Branchen hat die Coronakrise bisher schwer getroffen. In der Baubranche scheint es hingegen keine enormen Verluste oder Verzögerungen bei Baustellen zu geben - zumindest bisher. Friederike Hütter vom Bauunternehmen Hütter in Dorsten bestätigt, dass es „bis dato keine großen Veränderungen gebe und der Baustellenbetrieb normal weiter läuft“.

Allerdings sei das nur unter erhöhten Hygienemaßnahmen möglich. Die Arbeiter nutzen Desinfektionsmittel auf den Baustellen und fahren, wenn möglich, in getrennten Fahrzeugen. „Außerdem sollen die Bauarbeiter ihre Pausen getrennt verbringen und möglichst draußen“, sagt Friederike Hütter.

Dass es bisher auf den Baustellen noch zu keinen Verzögerungen gekommen ist, heiße aber nicht, dass es nicht mehr passieren könne. Probleme hätten derzeit eher die „Nachunternehmen“, also jene, die nach der Fertigstellung des Rohbaus in der Abfolge dran sind. „Ich weiß beispielsweise, dass Lieferungen von Fenstern teilweise in Verzug sind“, sagt Friederike Hütter. Der Rohbau sei davon eher nicht betroffen. Daher hänge die Fertigstellung eines Baus von den „Nachunternehmen“ ab.

Infos zu Hygienemaßgaben und Verhaltensregeln auf Baustellen

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Fertigstellung von Neubauprojekten halten sich auch beim Bauunternehmen Krukenberg momentan in Grenzen. Das liege daran, dass das Unternehmen die Mitarbeiter in zwei getrennten Kolonnen an getrennten Bauvorhaben einsetze und sich die Arbeiter bei der Erstellung von Rohbauten gut aus dem Weg gehen können und auch im Freien gearbeitet werde, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Außerdem werden die Mitarbeiter regelmäßig auf erhöhte Sicherheits- und Hygienevorgaben hingewiesen. „Informationen zur korrekten Handhygiene und zu den erforderlichen Verhaltensregeln im Umgang mit dem Coronavirus sind an jeder Baustelle ausgehängt“, teilte Krukenberg mit.

Mitarbeiter lieber unbewohnten Gebäuden arbeiten lassen

Folgefirmen werden entsprechend koordiniert und räumlich möglichst getrennt eingesetzt, „so dass der Elektriker im Erdgeschoss und der Sanitärinstallateur im Obergeschoss arbeitet“. Durch die stärkere Trennung könnten sich möglicherweise Fertigstellungen etwas verzögern.

Im Unternehmen Krukenberg habe man derweil schon öfters gehört, dass Projekte im Privatkundenbereich, wie Badrenovierungen in bewohnten Häusern, derzeit zurückgestellt werden. Das liege daran, dass Firmen ihre Mitarbeiter momentan lieber in leerstehenden Bauten arbeiten lassen. Besonders im März sei es bei einigen Firmen zu einer höheren Zahl an Krankmeldungen durch Erkältungssymptome gekommen.

Auch bei Verzögerungen kein Ausfall an Fördermitteln

Mila Ellee ist Projektkoordinatorin für die Maßnahmen des Förderprogramms „Wir machen MITte“. Sie sagt: „Derzeit laufen die Arbeiten am Treffpunkt Altstadt sowie in der Fußgängerzone sehr gut und der Zeitplan kann eingehalten werden. Der Marktplatz ist bereits komplett gepflastert und der Bauablauf kann ohne Probleme weitergeführt werden.“

Die Baumaßnahmen „Funktionale Aufwertung des Gebäudekomplexes Petrinum / VHS / Bibliothek“, die „Umgestaltung des Bürgerparks Maria Lindenhof“ und der erste Bauabschnitt am Finkennest des Schölzbaches könnten wie geplant im Frühsommer starten. Die dazugehörigen Teilmaßnahmen „Farb- und Lichtkonzept Hochstadenbrücke“ und das „Bauwerk Stadtkrone Dorsten“ im Bürgerpark befänden sich in der Ausschreibung und könnten ebenfalls im Sommer umgesetzt werden.

Verschärfte Sicherheits- und Hygienemaßnahmen durch die Coronapandemie könnten möglicherweise zu einer längeren Bauzeit führen. Die Stadt Dorsten steht mit der Bezirksregierung Münster in engem Austausch. Auch bei Verzögerungen werde es keinen Ausfall an Fördermitteln geben.

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