Coronakrise: Reisebüro Vospohl in Wulfen schließt für immer

dzReiseagentur Vospohl

Die Folgen der Coronakrise haben das Reisebüro Vospohl in Wulfen in die Knie gezwungen. Schweren Herzens gibt das Team den Standort auf. Die Sorgen bleiben.

Wulfen

, 21.08.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Reisebranche ächzt immer noch besonders unter den Folgen der Coronakrise. Die Auswirkungen bekommen reiselustige Wulfener jetzt ganz real zu spüren: Das seit März geschlossene Büro der Reiseagentur Vospohl am Brauturm wird nicht wieder öffnen.

Per Newsletter informierten Inhaber Michael Vospohl und das Wulfener Team um Claudia Vospohl, Selina Uhlendorf und Ellen Hurnik ihre Kunden und nahmen emotional Abschied. Aus wirtschaftlichen Gründen sei man gezwungen, eine traurige Konsequenz zu ziehen: „Wir werden unser wunderschönes Büro in Wulfen nicht mehr öffnen und für immer schließen“, schreibt das Vospohl-Team. Mit „vielen Tränen und fast unerträglicher Wehmut“ habe man sich zu diesem Schritt entschlossen.

Mehr Herzensangelegenheit als „Mega-Renner“

Rein wirtschaftlich war die Wulfener Filiale „nie der absolute Mega-Renner“, wie Agentur-Chef Michael Vospohl sagt. „Die Leute, die uns kennen, wissen, dass wir nicht irgendwelche Geschäftsleute sind, die nur auf die Zahlen gucken und einen Standort sofort dichtmachen, wenn die mal nicht stimmen.“ Wulfen sei vielmehr eine Herzensangelegenheit gewesen, „weil uns wichtig war, nah bei den Menschen zu sein“.

Hoffnung macht Vospohl, dass schon etliche Kunden aus Wulfen in den anderen beiden Filialen in Hervest und in der Innenstadt vorbeigeschaut haben. Diese Filialen sollen auch weiterhin betrieben werden. Erst vor einem Jahr war Vospohl mit seinem Reisebüro in Hervest in das Gebäude einer ehemaligen Kult-Kneipe gezogen.

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Er griff das Kneipenmotiv bei der Gestaltung des Reisebüros auf, Anfang des Jahres wurde es zum zweitschönsten in ganz Deutschland gekürt. Gut einen Monat später ging es in den Lockdown. „Da stehst du jetzt mit dem Titel und kannst es kaum genießen“, sagt Vospohl. „Wir hoffen und beten, dass langsam wieder Normalität eintritt.“ Aktuell befänden sich alle Mitarbeiter weiterhin „zu einhundert Prozent in Kurzarbeit“. Kündigen musste er aufgrund der Schließung in Wulfen aber niemandem.

Neuanfang braucht Unterstützung der Kunden

Für den baldigen Neuanfang brauche man die volle Unterstützung der Kunden, schreibt das Wulfener Team im Abschiedsnewsletter und bittet: „Bucht euren Urlaub nicht im Internet, sondern bei uns vor Ort.“ Man arbeite derzeit ohne Bezahlung und die Rückabwicklung der Reisen bringe das Team an die Belastungsgrenze „und darüber hinaus“.

Um personellen Erfordernissen gerecht werden zu können, wurde die Anwendung „vossy-date“ auf der Homepage eingerichtet, mit der Beratungstermine digital gebucht werden können, sodass keine Wartezeiten entstehen.

1996 machte Vospohl sich in Hervest mit seiner Reiseagentur selbstständig. Später kam die Filiale in der Innenstadt dazu, vor zehn Jahren die in Wulfen.

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