Dezimiertes Schulteam und ausstehende Testergebnisse an Neuer Schule

dzCoronafall

Obwohl das Gesundheitsamt keinen Anlass sieht, den Schulbetrieb einzustellen, sind 15 Lehrer der Dorstener Sekundarschule in Quarantäne. Die Schulleitung wartet auf die Testergebnisse.

Dorsten

, 14.08.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Susanne Bender und ihr Kollegium haben einen turbulenten Schulstart hinter sich. Am letzten Tag der Sommerferien kam die Hiobsbotschaft: Eine Lehrerin hat Corona; eine anlasslose Testung brachte das Ergebnis. Bender entschloss sich, den Unterrichtsbeginn auf Donnerstag (13.8.) zu verschieben. Im Auftrag des Gesundheitsamts wurde das Personal vom Deutschen Roten Kreuz getestet.

15 Lehrer sind in Quarantäne

Die erste Schulwoche ist nun um. Das Team musste improvisieren. Denn: 15 Lehrer wurden in Quarantäne geschickt. Das mag auf den ersten Blick verwundern; schließlich wurden alle Lehrer getestet und das Kreisgesundheitsamt sah keinen Anlass, den Schulbetrieb auf Eis zu legen. Warum darf nun ein Teil des Kollegiums nicht unterrichten? Der Grund ist, dass die Zuständigkeit des Gesundheitsamts für jeden Einzelnen wohnortabhängig ist. Offenbar schätzen die Behörden das Risiko unterschiedlich hoch ein.

Fünf der 15 Pädagogen wurde vom Kreisgesundheitsamt Recklinghausen untersagt, vorerst zu unterrichten. Sie seien im näheren Umfeld der infizierten Lehrerin gewesen, weshalb der Kreis die Quarantäne in diesen Fällen anordnete, so Kreissprecher Jochem Manz am Freitag auf Anfrage der Redaktion.

14 Tage lang muss Susanne Bender nun auf jeden Fall auf die 15 Fachkräfte verzichten. Je nachdem wie die Folgetests ausfallen, ist das Kollegium noch länger stark dezimiert.

Die Schulleiterin sieht sich mit großen organisatorischen Herausforderungen konfrontiert. „Wir haben für unsere fünf neuen Klassen zehn Klassenlehrer, davon sind neun in Quarantäne geschickt worden“, berichtet die Schulleiterin.

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Die Fünftklässler lernen nun also erstmal nicht ihre Klassenlehrer kennen, mit denen sie sich in den Ferien über Briefe ausgetauscht haben. Stattdessen springen andere Lehrer ein. Die Quarantäne-Lehrer halten den Kontakt zu den Eltern und bereiten teilweise Unterricht von zuhause aus vor. „Zum Glück sind alle symptomfrei“, weiß Susanne Bender.

Sorgen der Eltern ernst nehmen

Auf der To-Do-Liste der Schulleiterin steht außerdem, mit den Eltern zu sprechen. Denn einige sind angesichts des Corona-Falls verunsichert, halten ihre Kinder vom Unterricht fern. „Wir nehmen die Sorgen der Eltern und Schüler natürlich ernst“, versichert Bender. Die Klassenlehrer stehen im engen Austausch mit den Eltern, fragen ab, welches Kind oder deren Umfeld zur Risikogruppe zählen. Die Schulleiterin möchte mit diesen Familien sprechen und beraten, wie es weitergeht.

Bis Redaktionsschluss am Freitagabend lagen dem Kreisgesundheitsamt noch keine Testergebnisse vor.

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