Leon Bülhoff testet zurzeit gerade mal eine Person pro Stunde. „Zu anderen Zeiten haben wir 200 Leute pro Tag getestet", erklärt er. © Lisa Wissing
Corona-Schnellteststation

Corona: Testzentren erwarten die vierte Welle (mit Video)

Lockerungen und die zweite Impfung machen sich in den Dorstener Schnellteststationen bemerkbar. Teilweise schließen sie. Im Herbst könnte es wieder anders aussehen, meint Patrick Schürhoff.

Vor einigen Monaten schossen sie noch wie Pilze aus dem Boden. Jetzt pausieren oder schließen sie nach und nach: Die Rede ist von Schnellteststationen. Durch die zweite Impfung und die sinkenden Inzidenzen haben sich immer weniger Leute testen lassen.

Mangelnde Nachfrage wegen Lockerungen

Das kann auch Friedrich-Wilhelm Göbel, Geschäftsführer der Modekette SinnLeffers, bestätigen. Die Teststelle in Dorsten an der Lippestraße 3 ist seit dem 30. Juni wegen mangelnder Nachfrage geschlossen. „Es haben sich wegen der Lockerungen höchstens noch vier Leute am Tag testen lassen“, erklärt er.

Ob das Bürgertestzentrum wieder geöffnet wird, hänge von der Nachfrage in der Zukunft ab, sagt er weiter. In einer ähnlichen Situation befindet sich Ella Tüshaus. „Die Tests werden für immer weniger Sachen gebraucht. Logisch, dass dann immer weniger Leute vorbei kommen“, erzählt sie. Und das, obwohl beim Testzentrum Hof Tüshaus kein Termin vereinbart werden muss.

Vorher bis zu 120 Tests am Tag

Pro Tag lassen sich dort ungefähr 15 Personen testen – innerhalb von drei Stunden. In der Teststation am Hagebaumarkt an der Gottlieb-Daimler-Straße ist die Nachfrage noch geringer. „Innerhalb von neun Stunden haben sich neun Personen testen lassen“, sagt Leon Bülhoff, der neben seinem Hauptberuf testet.

Im Mai haben sich im Gegensatz dazu knapp 120 Leute pro Tag testen lassen. „Das kommt definitiv von den Lockerungen“, erklärt er. Die Einstellung, sich nicht mehr testen zu lassen, nur weil es nicht mehr zwingend notwendig sei, finde er falsch. Hinzu kommt, dass auch vollständig geimpfte Personen nicht Geimpfte anstecken können.

Testpersonen sind jünger

Patrick Schürhoff hingegen erzählt, dass die Zahl der Tests an den Stationen in der Innenstadt (Lippestraße 5) und am Freizeitbad Atlantis nur zwischenzeitlich sanken. Mittlerweile wollen sich wieder mehr Leute testen lassen.

Dabei hat sich die Altersgruppe aber verändert. „Viele Jüngere lassen sich nun testen, weil sie zu Veranstaltungen möchten.“ Neben den Corona-Schnelltests bieten sie in der Teststelle am Freizeitbad Atlantis auch Antiköpertests an.

Mit der Inzidenz steigt auch die Nachfrage

Damit kann nachgewiesen werden, ob sich durch die Impfung oder Genesung genug Antikörper gebildet haben. „Eine Person, bei der zu wenig Antikörper nachgewiesen wurden, ist danach zum Arzt gegangen und hat dann eine Kreuzimpfung benötigt.“

Bis jetzt ist die Teststelle an der Lippestraße 3 von den vier genannten die einzige, die vorübergehend geschlossen ist. Bei den anderen Teststellen wird vermutet, dass die steigende Inzidenz und damit verbundene Einschränkungen zu einer höheren Nachfrage führen. „Ich denke, dass die Tests vor allem im Herbst wieder richtig losgehen“, sagt Ella Tüshaus.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat aktuell ein Maßnahmenpapier vorgelegt, in dem es unter anderem heißt, dass Corona-Schnelltests für Ungeimpfte kostenpflichtig werden sollen. Es ist aber unklar, ob und wann das passieren wird.

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