Erster Corona-Jahrgang eingeschult

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Das neue Schuljahr ist gestartet und die erste Grundschule in Dorsten hat die Einschulung ihrer Erstklässler gefeiert. So beeinflusst Corona die Feierlichkeiten, das sagen die Eltern.

Dorsten

, 12.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Zeiten von Corona ist alles anders – auch die Einschulung. In Dorsten machte am Mittwoch (12.8.) die Montessori-Grundschule in Wulfen den Anfang.

Schulleiter Steffen Dederer und sein Kollegium hatten den Tag organisiert. Um 8.30 Uhr brachten die Eltern ihre Kinder zur Schule. Dort lernten die Erstklässler ihre Mitschüler und Lehrer kennen. An der Montessori-Schule bilden Kinder aller vier Jahrgänge einen Klassenverband.

Um 10 Uhr hieß es dann „Pause“ und „Maske auf“. „Die Maske nervt“, gesteht Felix (6). Er ist einer von 25 Erstklässlern. Er muss sich ans Tragen noch gewöhnen, ebenso Elias (7). Er trägt eine dunkelblau-gestreifte Maske über Mund und Nase.

Montessori-Schülerin Wolke schaukelt in der Pause mit Mundschutz.

Montessori-Schülerin Wolke schaukelt in der Pause mit Mundschutz. © Lydia Heuser

Die Maske schützt

Schon seit Montag sind die Kinder des zweiten, dritten und vierten Jahrgangs wieder in der Schule. Sie haben schon Übung darin, die Maske zu tragen. „Die Maske schützt vor den Bakterien“, erklärt Zweitklässler Lukas (8). Er und sein Freund Jonathan erzählen, dass es zwar anstrengend sei, die Maske beim Spielen auf dem Hof tragen zu müssen, aber am Platz müssten sie sie nicht mehr tragen. Denn: vor den Sommerferien galt an der Grundschule Maskenpflicht; auch am Sitzplatz; eine Erleichterung also zum vergangenen Schuljahr, das bereits zeitweise im Zeichen der Pandemie stand.

„Manche wollen die Maske am liebsten nicht tragen“, gesteht Fleur (8). Wenn sie Mitschüler mit falsch aufgesetzter Maske sehe, würde sie sie darauf hinweisen. „Wir haben mit den Kindern alles besprochen“, so Lehrerin Julia Czimek. Die Eltern der i-Dötzchen bekamen einen Brief, in dem alle Details erklärt wurden.

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Nicht alle Familienmitglieder dürfen in die Kirche

Der ökumenische Einschulungsgottesdienst an der Matthäus-Kirche könne nur mit „abgespeckter Teilnehmerzahl“ stattfinden, erklärte Schulleiter Steffen Dederer. Das bedeutet: Pro Erstklässler zwei Begleiter. „Wir halten uns da an die Vorgaben unserer Gastgeber“ – Dederer meint damit die Kirchengemeinde.

Die Erstklässler auf dem Weg in die Kirche St. Matthäus in Wulfen. Hier bekommen sie ihre Schultüten feierlich überreicht.

Die Erstklässler auf dem Weg in die Kirche St. Matthäus in Wulfen. Hier bekommen sie ihre Schultüten feierlich überreicht. © Lydia Heuser

Kurz vor Beginn des Gottesdienstes dürfen die Gäste die Kirche betreten und die Schultüte an den Altar legen, später übergeben die Eltern dann die Schultüte feierlich an ihr Kind.

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Rebecca Blazaizak legt eine selbst gebastelte rote Miraculous-Schultüte auf den Boden. Zwei Wochen lang hat sie heimlich mit ihrer Mutter Angelika an der Überraschung gearbeitet. „Ich habe meiner Tochter nur gesagt, dass die Schultüte bombastisch wird. Es wird eine totale Überraschung“, so Rebecca Blazaizak. Fiene (6) sei großer Fan der TV-Superhelden Ladybug und Cat Noir.

Mutter Rebecca Blazaizak und Großmutter Angelika Blazaizak (v.l.) mit der Schultüte für i-Dötzchen Fiene.

Mutter Rebecca Blazaizak und Großmutter Angelika Blazaizak (v.l.) mit der Schultüte für i-Dötzchen Fiene. © Lydia Heuser

Einschulung: Bedauern und Kritik

Fienes Bruder Fabian ist bereits eingeschult. „Die Feier damals war schön“, erinnert sich die Mutter. „Es ist schade, dass Papa, Freunde und Geschwister nicht dabei sein können.“ Auch dass dieses Mal nicht gesungen werden darf, bedauert sie. Aber die Familie macht das Beste daraus: „Am Nachmittag feiern wir im Garten.“

Angehörige ärgert es, dass sie diesen wichtigen Moment nicht miterleben dürfen.

Die Schultüten der 25 Kinder liegen zu Beginn des Einschlungsgottesdienstes um den Altar.

Die Schultüten der 25 Kinder liegen zu Beginn des Einschlungsgottesdienstes um den Altar. © Lydia Heuser

„Wir hätten es gut gefunden, wenn der Gottesdienst draußen stattgefunden hätte. Hier ist doch genug Platz“, findet eine Frau, deren Enkelkind heute eingeschult wird. Zu sechst warten die Angehörigen des i-Dötzchens vor der Kirche.

Dass die Kirche keinen Gottesdienst im Freien geplant hat, findet Schulleiter Dederer richtig. „Bei 32 Grad eine Stunde der Sonne ausgesetzt zu sein, wäre auch nicht schön. Der Hygieneschutz hat außerdem absolute Priorität.“

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