Jan-Gerrit Voigt, hier ein Archiv-Foto, war in vielen Dorstener Altenheimen im Impf-Einsatz. © Manuela Hollstegge (A)
Mobiles Impfteam

Corona-Impfarzt berichtet: Großes Lob für Pflegeheim-Mitarbeiter

Fast alle Dorstener Pflegeheime haben mittlerweile Besuch von einem mobilen Corona-Impfteam erhalten. Einer der Impfärzte berichtet von seinen Erfahrungen mit Mitarbeitern und Formularen.

Dr. Jan-Gerrit Voigt ist derzeit im Dauereinsatz. Neben den Sprechstunden in seiner Gemeinschaftspraxis an der Hardtstraße in Dorsten-Östrich war der Arzt in den vergangenen Wochen vielfach auch am Wochenende im Einsatz. Denn Jan-Gerrit Voigt zählt zum mobilen Impfteam, das die Bewohner und Pfleger in den Altenheimen in der Stadt gegen das Coronavirus impft.

In fast allen Dorstener Heimen hat er den Impfstoff injiziert. Ausnahme sind einzig die drei Heime in Wulfen, Rhade und Lembeck und das Bellini-Altenheim, in dem die erste Impfung aufgrund der Impfstoffknappheit erst in der kommenden Woche erfolgt.

„Wir werden von den Heimen ausgewählt und sprechen mit ihnen einen Termin ab. Dann wird vorher der Impfstoff geliefert“, erklärt Jan-Gerrit Voigt das Prozedere. Neben zwei bis drei Impfärzten ist jeweils ein weiterer Praxismitarbeiter vor Ort, um den Impfstoff aufzuziehen.

Personal macht Überstunden, Notfall-Set wird nicht gebraucht

Besonders hebt der Impfarzt im Zusammenhang mit den Impf-Einsätzen das große Engagement der Mitarbeiter in den Pflegeheimen hervor. „Was die leisten, ist bemerkenswert. Es ist ideal gelaufen“, lobt der Mediziner. Gleiches würden ihm Kollegen berichten, die in Marl und Herten viele Pflegeheime wegen der Impfungen besucht haben. „Das Personal in den Heimen hat das ganz toll organisiert, Überstunden gemacht, Räumlichkeiten und fehlendes Materialien zur Verfügung gestellt“, zählt Jan-Gerrit Voigt auf.

Insgesamt seien die Impfungen aus seiner Sicht gut verlaufen, auch in den drei Heimen, in denen bereits die zweite Dosis verimpft wurde. „Die Geimpften haben den Impfstoff bis jetzt sehr gut vertragen. Wir hatten ein Notfall-Set vor Ort, aber mussten damit nie aktiv werden“, stellt er fest.

Bürokratie verhindert kostenlosen Impf-Einsatz

Einziger leichter Kritikpunkt aus Jan-Gerrit Voigts Sicht: Der bürokratische Aufwand ist sehr groß. „Der Pflegedienst hat ohne Ende Zettel ausgefüllt. Für jeden Patienten musste ich sechs Unterschriften leisten“, erzählt er. „Der Piks ist ganz schnell, die Vorbereitungen sind unendlich lange“, fasst der Arzt treffend zusammen.

Ein Kollege, der sich bereits im Ruhestand befindet, habe sich bereit erklärt, im Impfteam mitzuhelfen und sogar auf die Vergütung zu verzichten. Das war allerdings aufgrund der Bestimmungen nicht möglich, wie Jan-Gerrit Voigt erfahren hat: „Der Impfstoff hat eine Notfallzulassung. Nur niedergelassene Ärzte haben eine automatische Haftpflichtversicherung.“

Er und seine Kollegen haben angeboten, auch im Impfzentrum mitzuarbeiten. Dazu sei es vonseiten der Kassenärztlichen Vereinigung aber erforderlich, dass derselbe Arzt an einem festen Tag in der Woche zur Verfügung steht. „Wir haben uns als Praxisteam mit vier Ärzten angeboten, aber das ging nicht“, berichtet Jan-Gerrit Voigt.

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Bastian Becker

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