Die Stadt Dorsten hat auf Anfrage detaillierte Corona-Zahlen vom 29. März mitgeteilt. © Montage: Martin Klose
Coronavirus

Corona: Drei Stadtteile in Dorsten besonders betroffen, zwei kaum

Der Inzidenzwert in Dorsten ist in den letzten Wochen wieder deutlich gestiegen. In drei Stadtteilen gibt es auffällig viele Infektionen, in einem dagegen nur eine einzige.

198 Menschen waren am 29. März (Montag) in Dorsten mit dem Coronavirus infiziert. Eine solche Zahl gibt das Kreisgesundheitsamt in Recklinghausen seit vielen Monaten jeden Tag bekannt. Doch wo genau leben die Patienten? Und zu welcher Altersgruppe gehören sie? Das erfährt man in der Regel nicht.

Die Stadtverwaltung Dorsten hat auf Anfrage dieser Zeitung zum vierten Mal exklusives Zahlenmaterial zur Verfügung gestellt. Anfang August und Ende Oktober 2020 sowie Mitte Januar 2021 hatte sie ebenfalls einen detaillierten Blick auf die Infektionszahlen ermöglicht. Bei dieser letzten Erhebung waren lediglich 157 Menschen Corona-infiziert gewesen, 41 weniger als bei der jüngsten, beispielhaften Analyse.

Demnach sind am 29. März in den drei größten Stadtteilen Dorstens auch die meisten Menschen infiziert gewesen: In Hervest waren es 52, in Holsterhausen 34 und in Wulfen 30 Männer und Frauen. In zwei Stadtteilen waren an diesem Tag nur zwei bzw. ein Fall „amtlich“.

Welche Stadtteile nahezu „Corona-frei“ gewesen sind, teilte die Stadtverwaltung mit Hinweis auf den Datenschutz nicht mit. „Dann wären Rückschlüsse auf die Erkrankten möglich“, betont Bürgermeister Tobias Stockhoff.

Rhade bleibt trauriger Spitzenreiter

Etwas „ehrlicher“ ist ohnehin die Analyse, wieviele Infektionen es im Verhältnis zur Einwohnerzahl gibt. Und da rückt ein anderer Stadtteil in den Fokus: Rhade. Hier waren Ende März vier Menschen pro 1000 Einwohner infiziert, ebenso viele wie in Hervest. In dieser Statistik war Rhade auch schon am 14. Januar trauriger Spitzenreiter in Dorsten (3,3,). Hinter Rhade und Hervest reiht sich diesmal Altendorf-Ulfkotte (3,7) ein,

Bezogen auf die Gesamtstadt heißt das: Am 14. Januar waren in Dorsten rein statistisch 2,1 Corona-Infektionen pro 1.000 Einwohner registriert, am 29. März waren es 2,6 Fälle.

Was sich seit Januar ebenfalls nicht geändert hat: Die meisten Infektionen gibt es in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen (124). Bei Kindern und Jugendlichen gab es am Tag der Erhebung 34 Fälle, bei der Generation 60+ etwas mehr (40).

Am 14. Januar waren in Dorsten mehr Frauen (90) als Männer (67) an Corona erkrankt, diesmal ist es umgekehrt: 102 Männer und 96 Frauen galten am 29. März als „positiv“.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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