Corona bremst die Verbreitung der „Dorstener Erklärung“

dzStadtdialog

Demokratie, Toleranz, Respekt - erst wenige hundert Menschen haben diese Selbstverpflichtung unterzeichnet. Corona bremst die „Dorstener Erklärung“. Doch es gibt private Initiativen.

Dorsten

, 11.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war eine der letzten Amtshandlungen des altes Stadtrates. Kurz vor der Kommunalwahl und nach zweijähriger Vorbereitungszeit wurde dort der „Stadtdialog für Menschenwürde, Demokratie und Respekt – eine Erklärung der Dorstener Bürgerinnen und Bürger“ einstimmig beschlossen. Seitdem ist es ziemlich ruhig geworden um die „Dorstener Erklärung“ - was auch mit der Corona-Pandemie zu tun hat.

„Es gibt derzeit leider erhebliche Einschränkungen“, bestätigte Stadtsprecher Christoph Winkel auf Anfrage. „Wir verzichten zum Beispiel darauf, Infostände aufzubauen, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen und für die Unterzeichnung der Erklärung zu werben.“ Über 300 Menschen haben die „Dorstener Erklärung“ bislang unterzeichnet, auf Handzetteln oder online (www.dorsten.de/stadtdialog).

Private Initiativen rühren die Werbetrommel

Es gibt jedoch Bürger, die privat die Werbetrommel rühren. Der Dorstener Uwe Senftleben beispielsweise arbeitet gerade ehrenamtlich an einer Präsentation, um die Erklärung „in die Bürgerschaft zu tragen“, wie er sagt. Dafür nutzt er auch die ausführliche Berichterstattung der Dorstener Zeitung.

Auch das Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“ macht sich für die Dorstener Erklärung stark. Außerdem liegen laut Christoph Winkel an vielen Stellen im Stadtgebiet Infoblätter aus – zum Beispiel in Kirchen. „Auch im Schulunterricht wird das Thema schon behandelt.“

Das besagt die „Dorstener Erklärung“

Der Erklärung liegt die Absicht zugrunde, die Werte unseres demokratischen Zusammenlebens so zusammenzufassen, dass sie einen Anreiz für möglichst viele Bürger darstellen, sich für diese Werte persönlich einzusetzen. In dem „Zehn-Punkte-Plan“ heißt es unter anderem: „Wir übernehmen Verantwortung für das Miteinander in unserer Stadt und bringen unsere Talente in die Stadtgesellschaft ein.“

Gäste von Bürgermeister Tobias Stockhoff erhalten immer ein Exemplar des Handzettels und sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Außerdem nutzen viele Mitarbeiter im Rathaus inzwischen das Logo zur Dorstener Erklärung am Ende ihrer E-Mail-Signatur.

Tobias Stockhoff hatte bereits im September betont, dass der Stadtdialog mit dem Ratsbeschluss nicht abgeschlossen sei, sondern fortgesetzt und in der Stadtgesellschaft gelebt werden müsse. Geplant ist unter anderem, einmal im Jahr eine Veranstaltung zur Demokratie auszurichten, etwa einen „Tag des Grundgesetzes“.

Ansprechpartner für den Stadtdialog für Menschenwürde, Demokratie und Respekt ist das Büro für Bürgerengagement, Ehrenamt und Sport, Joachim Thiehoff, Tel. (02362) 66 33 34, E-Mail: joachim.thiehoff@dorsten.de
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