Bei einer sogenannten „anlasslosen Testung“ ist eine Corona-Infektion bei fünf Mitarbeitern einer Dorstener Grundschule festgestellt worden. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Corona-Ausbruch in Dorstener Grundschule – Notbetreuung eingestellt

In einer Grundschule in Dorsten sind mehrere Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Quarantäne-Anordnung betrifft aber mehr Menschen. Die Notbetreuung ist eingestellt.

Es war die erste von sechs möglichen „anlasslosen Testungen“, die bis zu den Osterferien möglich sind. Das vorläufige Ergebnis hat die Schulleitung schockiert: Fünf von 20 Mitarbeitern, die sich am Mittwoch haben testen lassen, sind offenbar mit dem Coronavirus infiziert.

Wie der Stellvertretende Schulleiter der privaten Montessori-Grundschule in Wulfen (ca. 100 Schüler), Steffen Dederer, am Donnerstag auf Anfrage bestätigte, handelt es sich bei den erkrankten Kolleginnen und Kollegen um Haustechniker, Lehrkräfte und Integrationshelfer. „Sie alle mussten sich sofort in Quarantäne begeben, die Anordnung gilt auch für ihre Familien.“

Notbetreuung vorläufig ausgesetzt

Die Gespräche mit dem Kreisgesundheitsamt in Recklinghausen bezeichnete Dederer als „sehr konstruktiv“. Schnell sei klar gewesen, dass die Notbetreuung an der Grundschule zunächst ausgesetzt werde. „Fünf Kinder wurden bei uns tagsüber betreut, auch sie müssen jetzt sicherheitshalber in Quarantäne.“

Schulleiter Steffen Dederer glaubt, dass die Hygiene-Messlatte nicht nur an der Montessorischule sehr hoch liegt, © Jennifer Uhlenbruch (A) © Jennifer Uhlenbruch (A)

Die Ergebnisse der Schnelltests, die laut Dederer von einer Arztpraxis in Schermbeck vorgenommen wurden, werden jetzt noch einmal überprüft. Die Resultate der sogenannten PCR-Untersuchung werden am Freitag erwartet. Der Schulleiter glaubt nicht daran, dass sie anders ausfallen. „So realistisch müssen wir sein.“

Völlig unklar ist, wo sich die Mitarbeiter infiziert haben. „Ich bin kein Virologe“, sagte Dederer, „aber mit fehlt die Vorstellungskraft, dass sie sich in der Schule angesteckt haben könnten. Die Hygiene-Messlatte liegt sehr hoch.“ In der Notbetreuung werde sehr auf Abstand geachtet, die Kinder müssten – außer beim Essen – einen Mund-Nase-Schutz tragen, die Betreuer durchgängig FFP2-Masken. Es werde regelmäßig gelüftet. „Wenn das alles nicht reicht, um eine Infektion zu verhindern, bleibt nur noch, die Schulen komplett zu schließen.“

Das ist die Montessori-Schule derzeit, doch in der kommenden Woche könnten nach Absprache mit dem Gesundheitsamt durchaus andere Kinder betreut werden, wenn Eltern in Not sind. Diese Hilfe gibt es vereinzelt auch zu Hause. Einige Grundschüler werden, so Dederer, von Integrationshelfern der Montessorischule beim Homeschooling unterstützt. „Sie sind alle negativ getestet worden“, betont der Stellvertretende Schulleiter.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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