Coca-Cola feiert Geburtstag in Dorsten, aber es gibt auch Ärger

dzCoca-Cola

Mit einer großen Torte hat Coca-Cola auch im Dorstener Produktionswerk den 90. Geburtstag in Deutschland gefeiert. Trotzdem ist die Stimmung unter den Mitarbeitern nicht überschäumend.

Dorsten

, 08.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Am 8. April 1929 nahm in Essen das erste Werk des amerikanischen Getränkeriesen in Deutschland die Arbeit auf. Den Abfüllbetrieb an der Gottlieb-Daimler-Straße in Dorsten gibt es seit fast 40 Jahren. Und so schnitten die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Briefs und Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck am Montag zur Feier des Tages symbolisch eine von ganz vielen Geburtstagstorten an.

Ein Stück Kuchen für jeden Mitarbeiter

„Unsere Stadt ist stolz auf das Werk und die Mitarbeiter hier. Der Standort ist für Dorsten ein Gewinn“, sagte Briefs, bevor sie die ersten Stücke Kuchen verteilte. Jeder der weit über 200 Mitarbeiter in drei Schichten sollte eine süße Aufmerksamkeit bekommen. Eine Gehaltserhöhung wäre den meisten vermutlich lieber gewesen.

Denn nachdem auch die dritte Verhandlung über einen neuen Entgelttarifvertrag für die 7500 Beschäftigten der Coca-Cola European Partners Deutschland (CCEP) ergebnislos war, hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen. Die Beschäftigten in Dorsten werden am Mittwoch (10. April) ab 5 Uhr ganztägig ihre Arbeit niederlegen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

„Wir lassen uns nicht erpressen“

Nach dem Auftakt vor den Werkstoren fahren die Streikenden zur zentralen Kundgebung in Dortmund, wo bis zu 1000 Beschäftigte des Brauseherstellers zusammenkommen werden. „Wir lassen uns nicht erpressen“, so Adnan Kandemir, Gewerkschaftssekretär der NGG-Region Ruhrgebiet. „Wir fordern die Erhöhung der Löhne und Gehälter um 180 Euro monatlich und der Vergütungen für die Auszubildenden um 100 Euro. Die Kolleginnen und Kollegen haben mehr verdient als die vom Arbeitgeber angebotenen 90 Euro in diesem und 80 Euro im nächsten Jahr.“

Neue Produktionslinie in Dorsten geplant

Derweil plant Coca-Cola die Ausweitung des Dorstener Werks und investiert rund 25 Millionen Euro in eine neue Produktionslinie. Die Baumaßnahmen sollten ursprünglich im November 2018 starten, beginnen nun aber in diesem Sommer. Für die Anlage schafft der Getränkeriese nach eigenen Angaben „rund zehn neue Stellen“.

Coca-Cola hat nach eigenen Angaben erneut eine vorzeitige Verlängerung der Tarifverträge Struktur, Arbeitszeit und Altersteilzeit über 2019 hinaus angeboten. Diese beinhalten u.a. einen Anspruch auf Altersteilzeit ab 59 Jahren, einen Altersvorsorgebeitrag von 1.000 Euro, weitere Erhöhung des Urlaubsgeldes und überdurchschnittliche Sozialpakete bei Restrukturierung. Gleichzeitig soll auch eine saisonale Kapazitätsausweitung durch längere Anlagenlaufzeiten für ausgewählte Produktionsstandorte verhandelt werden.

Brigitte Faust, Verhandlungsführerin von Coca-Cola, betont laut einer Pressemitteilung: „Längere Maschinenlaufzeiten wollen wir mit einem Personalaufbau und angepassten Schichtmodellen erreichen. Es geht nicht um eine Ausweitung der individuellen Jahresarbeitszeit des einzelnen Mitarbeiters.“ Die nächste Tarifverhandlungsrunde findet am 11. und 12. April statt.

Das Versorgungsgebiet von Coca-Cola in Dorsten ist der Nordwesten Deutschlands, vom Emsland bis ins Ruhrgebiet: „Mit der neuen Linie werden wir Getränke für den Handel produzieren. Dadurch erhöhen wir die lokale Versorgung mit unseren kleinen Verpackungen“, sagt Betriebsleiter Ralf Schmalenbeck. Die neue Maschine eigne sich für die Produktion von Getränken von 0,25 bis 1,0 Liter PET-Einwegpfandflaschen.

Lesen Sie jetzt