CDU distanziert sich von Artikel auf der Facebook-Seite „We love Dorsten“

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Die CDU Dorsten hat sich von einem Artikel auf der Facebook-Seite „We love Dorsten“ distanziert. Ein namentlich nicht genannter Autor hatte Dorstens SPD-Vorsitzende kritisiert.

Dorsten

, 10.12.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Facebook-Post des SPD-Landtagsabgeordneten Michael Hübner, in dem er Dorstens Parteichefin Jennifer Schug als Bürgermeisterkandidatin präsentierte, war Anlass gewesen für die Facebook-Fanseite „We love Dorsten“, die angebliche Situation der örtlichen SPD zu beleuchten.

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Ein nicht genannter Autor bezeichnete Schug als „Hausfrau aus Hervest“ und ihren Führungsstil als „schnippisch und arrogant“. Der CDU-Stadtverband hat sich von dieser Berichterstattung distanziert.

„So führen wir keine Auseinandersetzung“

„Der Artikel ist nicht von uns initiiert“, bestätigte Pressesprecher Ludger Samson auf Anfrage. „In diesem Stil haben wir in den zurückliegenden Jahrzehnten keine Auseinandersetzung geführt und werden dies auch in Zukunft nicht tun.“ Der „We love...“-Autor hatte allerdings, ohne darauf hinzuweisen, in einem früheren Artikel auch Passagen einer Stellungnahme verwendet, die CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Schwane im September verschickt hatte. Darin ging es auch um vermeintliche interne Führungsprobleme der SPD Dorsten.

Dass die CDU auf Distanz zur Facebook-Seite „We love Dorsten“ geht, hat noch eine andere Dimension. Denn vor der letzten Kommunalwahl (2014) kam der Union die Unterstützung von dieser Seite durchaus gelegen. Verantwortet wird sie von Marco Rolof, früher im Vorstand des Stadtverbandes und zeitweise Vorsitzender der Mittelstandsvereinigung.

„In vielen Punkten nicht mit der CDU einig“

Rolof ist nach wie vor CDU-Mitglied, hat vor knapp zwei Jahren den Neujahrsempfang der Partei in Dorsten organisiert und bezeichnet sich als Experte für Wahlkampf-Konzepte. CDU-kritische Berichte findet man auf „We love Dorsten“ indes kaum, auch wenn er „aktuell mit zahlreichen Punkten mit der CDU nicht einer Meinung“ ist, wie er auf Anfrage mitteilte.

„„Wir werden weiter den Finger in die Wunde legen.“
Marco Rolof

Die Artikel auf der Seite werden seinen Angaben zu Folge „von einem Team erstellt“ und deshalb auch nicht gekennzeichnet. „Wir werden weiter den Finger in die Wunde legen. Bei Politikern und Parteien, Unternehmen, Medien und Vereinen, wenn wir es für nötig halten“, so Rolof. Dass er einige Jahre „den Wahlkampf der CDU und der CDU-Kandidaten in wirtschaftspolitischen Fragestellungen unterstützt“ habe, tue nichts zur Sache.

SPD-Vorsitzende Jennifer Schug hatte im September den Artikel auf der Facebook-Seite wie folgt beschrieben: „Von vorne bis hinten ausschließlich Gerüchte und Vermutungen, Unterstellungen und Diffamierungen.“ Auf weitere, öffentliche Fragen des Portals reagierte sie jetzt nicht.

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