Er hat schon seine dritte Impfung - und der Dorstener Friseurmeister Sebastian Haferkampf will mit einer bundesweit einmaligen Aktion in seinem Friseursalon dafür sorgen, dass sich noch mehr Bürger impfen lassen. © Michael Klein
Impfaktion

Bundesweit wohl einmalig: In Dorsten wird auch beim Friseur geimpft

Er will einen neuen Lockdown verhindern helfen: Ein Friseurmeister in Dorsten bietet eine ungewöhnliche öffentliche Aktion an - ein Impfarzt wird in dem Friseursalon Impfungen verabreichen.

Im April dieses Jahres hatte ein befreundeter Arzt die komplette Belegschaft im Betrieb von Sebastian Haferkamp erstgeimpft. Ende Juni gab der Mediziner den zehn Angestellten des Dorstener Friseurstudios die zweite Impfung. „Und als wir letzte Woche von ihm alle unsere Auffrischungsimpfung bekommen haben, haben wir uns zusammen eine besondere Aktion überlegt“, sagt Haferkamp. Und die dürfte bundesweit einmalig sein.

Nicht nur für Kunden

Denn der seit sieben Jahren in der Dorstener Fußgängerzone ansässige Friseurmeister wird gemeinsam mit dem Mediziner in den Räumen seines Betriebes namens „A-Haar-Effekt“ in der Lippestraße 39 für alle Interessierten Erst-, Zweit- und Drittimpfungen anbieten. „Egal, ob Kunden oder Nicht-Kunden“, sagt der 37-Jährige.

An zunächst zwei Samstagen (4. und 18. Dezember, jeweils von 10 bis 15 Uhr) soll die Impfaktion bei „A-Haar-Effekt“ laufen. Für den ersten Termin hat der 37-Jährige bereits über seine Unternehmens-Aufritte in den sozialen Internetzwerken (Facebook und Instagram) Werbung gemacht.

„70 Termine für den 4. Dezember sind bereits vergeben, einige sind aber noch frei“, so Haferkamp. Auch für den 18.12 kann man unter der Telefonnummer (02362) 7878934 schon einen Impftermin buchen.

„Gegebenenfalls kommen weitere Samstage hinzu“, erzählt der Dorstener, der unter seinen mehreren tausend Followern durchweg gute Resonanz gefunden hat. „Aber natürlich waren auch ein paar dumme Kommentare dabei“, gesteht er.

Biontech und Moderna

Den Namen des Impfarztes darf er nicht nennen. „Da es eine private Initiative ist, fällt sie unter das Werbeverbot für Mediziner“, erklärt er. Nur soviel: „Es ist ein Orthopäde aus Marl, der schon zahlreiche Impfungen gemacht hat.“ Bei den Friseur-Terminen in Dorsten werden die Impfstoffe Biontech und Moderna verabreicht. „Mitzubringen sind lediglich der Impfausweise und die Versichertenkarte.“

Für die Impfaktion wird das Ladenlokal unterteilt, „mit spanischen Wänden als Raumteiler, damit die Privatsphäre gewahrt bleibt“, so Sebastian Haferkamp, der vor Ort in Dorsten den Impfwilligen eine unkomplizierte Anlaufstelle bieten will, ohne lange Warteschlangen und Online-Buchungssysteme.

„Je mehr geimpft sind, umso besser“, sagt er. „Ich habe nicht nun den Kunden, sondern auch meinen Mitarbeitern gegenüber eine Verantwortung“, sagt er – auch wenn inzwischen 95 Prozent seiner Kunden „2G“ seien.

Lockdown wäre „hartes Brot“

Und natürlich verfolgt er auch ein gewisses Eigeninteresse mit der Impfaktion. „Ist natürlich gute Werbung, denn nicht alle waren schon mal bei uns.“ Und außerdem würden solche Aktionen möglicherweise mithelfen, einen weiteren Lockdown oder eine 2G+-Pflicht zu verhindern: „Denn das wäre für uns Selbständige echt ein hartes Brot.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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