Sven Volmering (CDU), Michael Gerdes (SPD) und Kim Wiesweg (Grüne, v.l.) treten bei der Bundestagswahl als Spitzenkandidaten im Wahlkreis 125 an. © Grafik: Nina Dittgen
Bundestagswahl 2021

Bundestagwahl: Nur einer kommt wohl nach Berlin – oder eine

CDU, SPD und Grüne haben im Wahlkreis 125 die Spitzenpositionen für die Bundestagswahl besetzt. Doch nur einer wird es wohl nach Berlin schaffen. Oder eine.

Michael Gerdes (SPD) aus Bottrop hatte sich in einer Kampfabstimmung gegen Michael Hübner durchgesetzt. Die Dorstenerin Kim Wiesweg (Grüne) und Sven Volmering (CDU) aus Bocholt wurden ohne Gegenkandidaten für die Bundestagswahl aufgestellt. Damit stehen die drei aussichtsreichsten Kandidaten im Wahlkreis 125 fest, doch nach Berlin wird es nur einer schaffen. Oder eine.

Der Weg in den Bundestag ist für Gerdes, Wiesweg und Volmering vorgezeichnet. Nur der Sieger des Wahlkreises 125 (Bottrop, Gladbeck, Dorsten) kommt wohl in den Bundestag. Oder um es mit einem Lied der einstigen Popgruppe ABBA auszudrücken: „The winner takes it all.“

Gerdes in der Landesliste nur auf Platz 41

Von den mindestens 598 Bundestagsmandaten werden 299 über Direktmandate und ebenso viele über sogenannte Landeslisten vergeben. Ein Blick auf die NRW-Reserveliste der SPD verrät: Michael Gerdes, der seit 2009 im Bundestag ist und den Wahlkreis 125 immer gewann, liegt auf Platz 41. Unwahrscheinlich, dass der Bottroper angesichts der jüngsten Prognosen für die Sozialdemokraten über diesen Umweg nach Berlin käme.

Das gilt erst Recht für Kim Wiesweg. Die Sozialarbeiterin kandidiert zum ersten Mal für den Bundestag. Die Vorstandssprecherin der Grünen in Dorsten ist noch ein weitestgehend unbeschriebenes Blatt in der Politik und sortierte sich beinahe folgerichtig auf Listenplatz 55 der NRW-Grünen ein. Das wird nicht reichen, selbst wenn die Partei am 26. September ihr bestes Wahlergebnis im Bund einfahren sollte.

Volmering versuchte es schon dreimal

Kim Wiesweg muss den Wahlkreis gewinnen, Sven Volmering wohl auch. Dreimal hat er es versucht, dreimal scheiterte er, 2017 allerdings knapp. Die NRW-CDU legt ihre Reserveliste erst im Juni fest, es zeichnet sich allerdings ab, dass Volmering, von 2013 bis 2017 schon einmal auf diesem Weg in den Bundestag gekommen, weiter hinten zu finden ist als beim letzten Mal.

Denn die Delegierten der Kreisvertreterversammlung haben im März – da war Volmering offiziell noch nicht als Direktkandidat aufgestellt – die interne Reihenfolge der CDU-Kandidaten aus dem Kreis Recklinghausen festgelegt: Michael Breilmann aus Castrop-Rauxel lag da vor Dorstens ehemaligem Ersten Beigeordneten Lars Ehm (Oer-Erkenschwick) und eben dem Kandidaten des Wahlkreises 125, Sven Volmering.

Bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2017 zog die Landesliste der NRW-CDU bis Platz zehn. Breilmann stand 2017 auf der Landesliste auf Platz 56, Volmering auf Platz 22.

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Stefan Diebäcker

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