Bürgertreff in Lembeck soll ein Selbstläufer werden

Ehemaliges Lehrerzimmer

Eine Hauptschule hat Lembeck schon lange nicht mehr. Im ehemaligen Lehrerzimmer entsteht gerade ein Bürgertreff. Die ersten Gruppen treffen sich dort schon.

Lembeck

, 27.02.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgertreff Lembeck

Eine Mutter-Kind-Gruppe trifft sich jeden Mittwochvormittag im alten Lehrerzimmer der Laurentiusschule. Jana Jakob (l.) hatte die Idee. © Guido Bludau

Wie ein Lehrerzimmer sieht der kleine Raum nicht mehr aus. Bunte Decken mit Spielzeug liegen auf dem Boden, vier Mütter spielen dort mit ihren Kindern. Jana und Thomas Jakob hatten die Idee, dort einen Treffpunkt für junge Eltern zu etablieren. Jeden Mittwochvormittag trifft sich die Gruppe mittlerweile. Ulla Küsters findet diese Initiative „richtig schön“.

„So etwas gibt es im Dorf nicht“

Ulla Küsters gehört zu den Initiatoren eines bemerkenswerten Projekts, das in Lembeck gerade Schule macht. Während die einstigen Klassenräume der Laurentiusschule von örtlichen Vereinen und der Diakonie genutzt werden, stand das Lehrerzimmer lange leer. Da reifte bei Ulla Küsters und einigen Mitstreitern die Idee, hier einen Bürgertreff zu etabieren. „So etwas gibt es in unserem Dorf ja nicht.“

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In den vergangenen Monaten hat das Projekt deutlich sichtbare Fortschritte gemacht. Im Herbst wurde mit vereinten Kräften der Vorgarten an der Schulstraße neu gestaltet. Wo einst Wildwuchs herrschte, wachsen nun kleine Büsche und Sträucher. Auf den Kiesflächen sollen in einigen Wochen eine Metallbank und eine Doppelbank mit Tisch aus Eichenholz stehen.

Bänke und ein Tisch für den Vorgarten

Die Stadtteilkonferenz „Porte Lembeck“ genehmigte am Dienstagabend einen Zuschuss von 1500 Euro aus dem Bürgerbudget. „Den Eigenanteil von 500 Euro hat die Volksbank gespendet“, freut sich Ulla Küsters. So kann der Vorgarten demnächst als „Klönecke“ oder Rastplatz genutzt werden. „Ältere Menschen sind froh, wenn sie im Dorf ein Ziel haben“, weiß Ulla Küsters, die einst das Dorfcafé im Seniorenzentrum mitinitiiert hat.

Jetzt geht es darum, das Lehrerzimmer als Treffpunkt für Gruppen aus Lembeck weiter bekannt zu machen. Die „Porte“ veranstaltet dort ihre Stadtteilkonferenz, die Diakonie nutzt den Raum schon mal für eine Teamsitzung oder um ein Frühstück für Mitarbeiter der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen anzubieten.

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Neben der Mutter-Kind-Gruppe ist auch Walburga Kurtenbach regelmäßig im Bürgertreff. Sie gibt Nachhilfeunterricht für Flüchtlingskinder. Die „Ladykracher“ waren dankbar, dass sie im alten Lehrerzimmer ihr karnevalistisches Programm einstudieren konnten.

„Keine Konkurrenz für Gaststätten“

Ulla Küsters wünscht sich, dass noch viel mehr Gruppen das Angebot nutzen. Nicht, um Party zu machen, denn „wir wollen keine Konkurrenz für Gaststätten sein“. Geld verdienen dürfe man ohnehin nicht, eine Vereinsgründung sei wegen des bürokratischen Aufwands nicht geplant.

Der Bürgertreff soll, nein, muss ein Selbstläufer werden. „Jeder, der den Raum sinnvoll nutzen möchte, kann sich melden“, sagt Ulla Küsters. Und weil sie und ihre Mitstreiter keine Hausmeister sind, gilt: Hinterher wird aufgeräumt.

Kontakt: Interessenten aus Lembeck können sich bei Ulla Küsters melden, telefonisch (02369/76938) oder per E-Mail: kuesters-lembeck@t-online.de
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