Marco Bühne trat im September als Bürgermeisterkandidat der AfD in Dorsten an. Er erhielt 5,4 Prozent der Stimmen. © privat
Coronavirus

Bürgermeisterkandidat aus Dorsten glaubt an Corona-Verschwörung

Der ehemalige Bürgermeisterkandidat der AfD in Dorsten verbreitet Corona-Verschwörungstheorien. Er glaubt zu wissen, wer hinter „dem ganzen Theater“ steckt. „Da will einer Gott spielen.“

In der privaten Facebook-Gruppe „Wir sind Dorsten“ hat der ehemalige Bürgermeisterkandidat der AfD in Dorsten, Marco Bühne, am Sonntag (22. November) ordentlich vom Leder gezogen. Bühne, seit November Ratsmitglied seiner Partei und Administrator der Facebook-Gruppe, glaubt, dass „das ganze Theater um Corona“ nur einem Zweck diene: „Wir sollen alle geimpft werden.“

„Da will einer Gott spielen“

Dahinter steckt nach Ansicht des Dorsteners „ein schwerreicher Computerspezialist und Impfstoffhändler“, der glaube, er habe das Recht, die gesamte Menschheit impfen zu lassen. Gemeint ist Microsoft-Gründer Bill Gates. „Er will dadurch die Weltbevölkerung um 10 bis 15 Prozent reduzieren. Da will einer Gott spielen, und alle, die er gekauft hat, unterstützen ihn dabei.“

Diesen Post hat Marco Bühne am Wochenende in der privaten Facebook-Gruppe „Wir sind Dorsten“ veröffentlicht. © privat © privat

Bühne betonte auf Nachfrage, dass dies seine private Meinung sei. „Mit der Partei hat das nichts zu tun.“ Die AfD erklärte am Dienstag schriftlich, dass Bühnes Äußerungen „weder die Meinung des Stadtverbands Dorsten noch des Kreisverbands Recklinghausen darstellen. Wir distanzieren uns hiervon in aller Deutlichkeit.“

Geschlossene Gruppe steht der AfD nahe

Die geschlossene Gruppe „Wir sind Dorsten“ hat rund 3100 Mitglieder. Aufgenommen werden kann man nur von den Administratoren. „Für die Beiträge ist jeder selbst verantwortlich, die er postet und auch selber verfasst“, heißt es in der Beschreibung. „Beleidigungen werden mit dem Kick aus der Gruppe belohnt.“ Die Beiträge kommen dem Vernehmen nach mittlerweile fast ausschließlich von Menschen, die der AfD nahe stehen.

In einem Interview mit der Dorstener Zeitung hatte Bühne drei Wochen vor der Kommunalwahl betont: „Ich bin kein Corona-Leugner, das Virus und die Krankheit gibt es wirklich. Aber die Windel vor dem Gesicht finde ich übertrieben.“ Nun sagt der ehemalige Bürgermeister-Kandidat: „Die Krankheit gibt es, aber Bill Gates hat sich nach meinen Recherchen überall eingekauft.“

Bühne räumte ein, dass seine Stellungnahme „vielleicht etwas blöd verfasst“ gewesen sei. Gelöscht hat er sie aber nicht, im Gegenteil: In der Facebook-Gruppe steht sie unter den „beliebtesten Beiträgen“ ganz oben und hatte am Mittwoch mehr als 40 Kommentare.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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