Bürgermeister nimmt nur drei Umschläge mit

19.11.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dorsten "Was würden Sie in einen Koffer packen, wenn Sie ihre letzte Reise unternehmen müssten?"

Dieser schwierigen Frage widmet sich die Ausstellung "15 Koffer für die letzte Reise", die am Samstagabend eröffnete. Die beteiligten Personen geben bis zum 25. November in der Agathakirche einen Einblick in ihre Gedankenwelt und ihre Vorstellung von der Ewigkeit. Der Pfarrgemeinderat der St. Agatha Kirche hatte beschlossen, sich im Monat des Totengedenkens auf diese besondere Art mit dem Thema Tod und Sterben auseinander zu setzen. Die Inhalte der Koffer sind hierbei vielfältig wie die Menschen und ihre Biografien selbst und spiegeln Träume und Sehnsüchte in Bezug auf die Welt nach dem Tod wider. In fast allen Koffern befinden sich Fotoalben und Bilder von den Liebsten. Auch Proviant wie Schokolade taucht auf.

Franz-Josef Stevens knüpfte an die Mitnahme eines Weltgebetsbuchs die Hoffnung, endlich im Jenseits himmlischen Frieden zwischen den Religionen vorzufinden. Im Koffer des Bürgermeisters Lambert Lütkenhorst befinden sich dagegen nur drei Umschläge mit den Aufschriften "Bilder", "Nicht alles gesagt" und "Schmetterlinge". Ursel Schwanekopf, Mitglied des Pfarrgemeinderats, betont: "Ich weiß, dass vielen Beteiligten die Zusammenstellung der Koffer schlaflose Nächte bereitete. Niemand weiß, was nach dem Tod sein wird. Im Alltag beschäftigt man sich mit dieser Frage nicht so ausführlich." Besonders interessant waren auch die Zusammenstellung der Koffer der Schulklassen 6a und 10b der Geschwister-Scholl-Schule.

Prägnant und ehrlich

Hier waren Gebrauchsgegenstände wie MP3-Player, Fußballschuhe und Spiele vorzufinden. Der Zehntklässler Marcel Boder auf die Frage nach der Notwendigkeit: "Man weiß ja nie, was da oben auf einen zukommt und wenn es zu langweilig wird, muss man sich ja beschäftigen". Theo Eulering, der mit den Kindern an der Zusammenstellung gearbeitet hat, erklärt: "Die Koffer der Schüler und Schülerinnen spiegeln die Welt wider, in der wir leben. Nicht besonders metaphorisch, aber prägnant und ehrlich. Die Konfrontation mit dem Thema Tod ging aber auch an ihnen nicht spurlos vorbei." Flo

Lesen Sie jetzt