Bürgerbahnhof: Arbeitsgruppen nehmen Fahrt auf

Projekt gestartet

Die Signale stehen auf Grün: Mit zunächst vier Arbeitsgruppen soll das Projekt "Bürgerbahnhof Dorsten" weiter Fahrt aufnehmen - so das Fazit der ersten Zukunftswerkstatt.

Dorsten

, 08.03.2016, 17:07 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgerbahnhof: Arbeitsgruppen nehmen Fahrt auf

Die Werkstatt-Teilnehmer konnten auf Karten notieren, welche Funktion sie sich für den Bahnhof wünschen.

Die fand am Montagabend (7. März) im Jüdischen Museum statt. Rund 65 Dorstener Vereins- und Interessenvertreter, aber auch ein gutes Dutzend „Normalbürger“ nahmen daran teil. 

Wir machen Mitte - Dorsten 2020

Das Stadtumbau-Projekt „Wir machen Mitte – Dorsten 2020“ versetzt die Stadt in die Lage, das seit vielen Jahren leer stehende Gebäude mit Landes-Fördermitteln in Höhe von gut 3,5 Millionen Euro umfassend zu sanieren und mit neuem Leben zu füllen. Dies ausdrücklich mit Beteiligung der Bürger. Die Zeit drängt: „Bis Sommer muss zumindest das Grundkonzept für den Raumbedarf stehen, damit die Architekten für die Kostenschätzung des Antrags etwas in der Hand haben“, erläuterte Joachim Thiehoff vom städtischen Büro für Bürgerbeteiligung. „Doch wie Ideen entwickeln, wenn man gar nicht das Gebäude betreten darf?“ Diese Frage stellte Sabine Bachem, Vorsitzende des Kunstvereins „Virtuell-Visuell“.

Denn arbeiten können die Interessierten zunächst nur mit Grundrissen, der Bahnhof selbst bleibt wegen des Schimmelbefalls und der Pilzsporenentwicklung aus Sicherheitsgründen bis zum Beginn der Sanierung gesperrt. Wann es mit diesen Arbeiten losgehen kann? Stadtbaurat Holger Lohse wollte sich „auf keinen Monat festlegen“, sagte er. Nur so viel: Im Jahr 2020 soll der Bürgerbahnhof eröffnet werden. Die Teilnehmer der Bürger-Werkstatt konnten am Montag auf Karten Ideen formulieren, welche Funktion der Bahnhof künftig haben soll. Tenor: Ein „Treffpunkt“ soll er wieder werden, mit Gastronomie und mehr Aufenthaltsqualität.

Dorstener Arbeit

Dafür wird die Qualifizierungsinitiative Dorstener Arbeit sorgen, die als Ankermieter des unter städtischer Obhut stehenden neuen Konzepts gesetzt ist. Und so will sich die Arbeitsgruppe „Service“ beim nächsten Werkstatt-Treffen am 6. April (Mittwoch) im Alten Rathaus mit weiteren Möglichkeiten öffentlicher Nutzungen (Wartesaal, Sanitärangebot, Fahrkarten-Verkauf, Info-Angebot etc.) beschäftigen. Neben mehr Service für Bahnhofsbesucher sollen vor allem Dorstener Vereine im Gebäude eine Heimstatt finden. „Es wäre schön, wenn sich Initiativen Räumlichkeiten teilen können“, sagte Manfred Diekenbrock vom Eisenbahnverein „On Wheels“, der sich besonders stark für den Bürgerbahnhof engagiert. Auch Hans-Jürgen Fischer, Sprecher der AG Dorstener Selbsthilfegruppen, träumt schon seit Jahren von einem „Haus der Selbsthilfe“.

Bahn will ab 2018 die Gleise umbauen

Den dritten Arbeitsgruppen-Schwerpunkt brachte Prof. Werner Springer (Trägerverein Jüdisches Museum) ins Spiel: die bauliche Öffnung des Bahnhofs an den Stadtraum. „Die Bahn AG will ab 2018 die Gleise umbauen“, erklärte Stadtbaurat Holger Lohse. Kommende Woche soll es weitere Gespräche geben. Inhalte dürften da auch der Rückbau der Unterführung und die geplante ebenerdige Anbindung des Bahnhofs an die Innenstadt sein. Ein viertes Feld für die künftige Aktionen soll der Bereich „Veranstaltungen/Öffentlichkeitsarbeit“ sein. Virtuell-Visuell-Vorsitzende Sabine Bachem stellte Aktionen junger Künstler zur Diskussion. Manfred Hürland (DIA) erklärte, ein solches Umbauprojekt müsse „die Herzen berühren“: „Schon im Vorfeld sollte man den Bürgern zeigen, dass hier etwas passiert.“

Schandfleck wird Schmuckstück

Die Besucher dieser ersten Bahnhofswerkstatt formulierten unterschiedliche Ansprüche und Interessen. Anwohner hoffen, dass aus dem Schandfleck wieder ein Schmuckstück wird, Vertreter von Senioren- und Behindertenbeirat brachten die Belange vom alten und gehandicapten Menschen ins Spiel. Plan B in der Schublade „Der Prozess bleibt weiter offen. Wer will, kann noch gerne dazustoßen“, lud Joachim Thiehoff weitere Ideengeber ein. Und wenn sich doch herausstellen sollte, dass nicht genügend Bürger-Interesse an einem „Bürger-Bahnhof“ besteht? „Dann wird das Projekt nicht scheitern“, erklärte Bürgermeister Tobias Stockhoff: „Wir haben einen Plan B“ Heißt: Gegebenenfalls könnte die Dorstener Arbeit das Gebäude komplett nutzen.

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