Bürger fordern Tempo 30 für den „Problemfall“ Borkener Straße (B 224)

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Die Stadtteilkonferenz Holsterhausen will die Borkener Straße (B 224) sicherer machen: Die Behörden sollen dort die Geschwindigkeit begrenzen. Doch es gibt auch Kritik an der Forderung.

Holsterhausen

, 05.10.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Borkener Straße (B 224), die quer durch Dorsten führt, ist ein großer Problemfall - zumindest im zentralen Bereich des Stadtteils Holsterhausen: Viel Durchgangsverkehr, eine Menge Ein- und Ausfahrten zu und von Seitenstraßen, Ärztehäusern, Discountern und anderen Ladenlokalen. Dazu gibt es entlang der ganzen Fahrbahn Parkbuchten am Straßenrand, die immer wieder zu kritischen Verkehrssituationen führen.

Um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen, forderten die Teilnehmer der Holsterhausener Stadtteilkonferenz (#HoKo) am Dienstag auf ihrer Sitzung im „Haus der Jugend“ an der Olbergstraße mehrheitlich eine einschneidende Maßnahme.

„Autofahrer sollen merken, dass sie besser aufpassen müssen“

Die Stadt Dorsten soll bei der zuständigen Baubehörde „Straßen.NRW“ den Antrag stellen, den gesamten Bereich zwischen Söltener Landweg (Höhe Blauer See) und Heinrich-/Waldstraße (Höhe Bäckerei Spangemacher) zur Tempo-30-Zone zu erklären – „damit die Autofahrer sofort merken, dass sie hier aufpassen müssen“, so die Begründung.

Die Anregung, über das Thema abstimmen zu lassen, gab Bürgermeister Tobias Stockhoff. „Ich werde das Meinungsbild aus Ihrem Stadtteil bei unserem nächsten Gespräch mit ‚Straßen.NRW‘ vorbringen“, sagte er. In der kommenden Woche hat das zuständige Fachamt der Verwaltung einen Termin mit der Landesbehörde.

Radwege sicherer machen

Dabei geht es sowieso schon um diesen Abschnitt der Borkener Straße – und zwar darum, wie man die Radwege an den Ein- und Ausfahrten beispielsweise mit Piktogrammen besser kenntlich machen kann, um die Unfallgefahr für die Radler zu minimieren.

Viel Hoffnung auf Erfolg machte Stockhoff den Konferenzteilnehmern indes nicht. Vor Jahren schon sei die Stadt mit dem gleichen Ansinnen an „Straßen.NRW“ herangetreten: „Wir wissen noch, welche Antworten wir da bekommen haben.“ Nämlich: Innerorts gelte bei Landes- und Bundestraßen grundsätzlich 50 km/h, damit der Verkehr gut durchfließen kann.

Keine überhöhte Geschwindigkeit

Ausnahmen gäbe es nur vor Schulen, Kitas, Altenheimen und dann, wenn es eine Unfallhäufigkeit wegen zu schnellen Fahrens gibt. Aber die Unfälle, die in letzter Zeit auf der Borkener Straße passiert waren, hatten alle nicht mit überhöhter Geschwindigkeit zu tun.

Ein Konferenzteilnehmer wies auf einen anderen Aspekt hin, der gegen eine offizielle Tempo-30-Zone spreche: „Durch die Ampeln, Aus- und Zufahrten und Parkbuchten kann zumindest zu den Geschäftsöffnungszeiten keiner mit Tempo 50 durchfahren.“ Ein Anwohner wendete dagegen ein, dass abends und frühmorgens viele Autofahrer sogar noch schneller unterwegs als erlaubt seien.

Noch weitere Probleme

Die weiteren Wortmeldungen ließen vermuten, dass die Holsterhausener abseits des Themas Geschwindigkeit noch andere Schwierigkeiten mit der Borkener Straße haben: Radfahrer, die nicht in der vorgeschriebenen Richtung unterwegs sind; die Ampelschaltung für die Autos, die dafür sorge, dass Fußgänger beim Überqueren der Fahrbahn nicht in einem Zuge rüberkommen, sondern auf den Querungsinseln warten müssen; schlecht einsehbare Zu- und Ausfahrten; zu weit auseinander liegende Fußgängerampeln, was dazu führe, dass viele Passanten lieber gefährliche Stellen nutzen, um auf die andere Straßenseite zu gelangen. „Vielleicht können wir ja bei ‚Straßen.NRW‘ erreichen, dass es einen zusätzlichen Übergang gibt“, so Bürgermeister Stockhoff.

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