Das Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“ will auch von der örtlichen Politik mehr Unterstützung einfordern. Das Foto entstand vor Ausbruch der Corona-Pandemie. © Robert Wojtasik (A)
Kommunalpolitik

„Bündnis gegen Rechts“ in Dorsten nimmt die Politik in die Pflicht

Das Bündnis „Wir in Dorsten gegen Rechts“ wünscht sich mehr Unterstützung von der örtlichen Politik. Die sei zuletzt eher schweigsam gewesen, wenn es um Rassismus, Hass und Gewalt ging.

Die beiden Aktionswochen gegen Rassismus waren im März aus Sicht des Bündnisses „Wir in Dorsten gegen Rechts“ ein Erfolg, auch wenn einige öffentlichkeitswirksame Aktionen der Corona-Pandemie zum Opfer fielen. Allerdings will die Gruppe es nicht auf sich beruhen lassen, dass Politiker nahezu aller Parteien während dieser Zeit durch Schweigen und Abwesenheit „glänzten“.

Eine Arbeitsgruppe, so wurde vor wenigen Tagen intern besprochen, will zeitnah das Gespräch „mit allen im Rat vertretenen, demokratischen Parteien“ suchen. „Ziel ist es, zu erfahren, wie diese Parteien zu Rechtsradikalismus, Rassismus, Antisemitismus, Hass und Gewalt stehen und nicht nur auf dem Papier gegen diese Gefahren für die Demokratie und unsere Gesellschaft etwas tun“, heißt es u.a. in einem am Mittwoch versendeten Newsletter.

Wird auch die AfD zum Gespräch eingeladen?

Die Arbeitsgruppe werde selbst entscheiden, ob sie „die zwar demokratisch gewählte, aber in der Realität undemokratische AfD“ dazu einlädt. Auf der Homepage von „Dorsten gegen Rechts“ werden CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke als Unterstützer aufgeführt.

Das Bündnis war vor zwei Jahren von sechs Frauen in Dorsten gegründet worden, auf der Homepage sind mittlerweile 200 Unterstützer namentlich aufgeführt. Bei Facebook und Instagram ist „Dorsten gegen Rechts“ inzwischen deutlich aktiver geworden dank der Unterstützung mehrerer Studentinnen. 130 Abonnenten erhalten regelmäßig einen Newsletter.

Die Interessengemeinschaft geht nach eigenem Bekunden davon aus, dass sie und ihre Ziele „noch eine lange Zeit Bestand haben werden“, deshalb sei es auch Zeit, über eine solide Finanzierung nachzudenken, „damit wir für unsere Aktionen nicht allein auf unsere bisher sehr großzügigen Sponsoren angewiesen sind“. Es soll zum Beispiel die Möglichkeit geben, monatlich kleine Beträge zu spenden.

Spendenkonto: Sparkasse Vest Recklinghausen. IBAN DE26 4265 0150 1000 3746 50. „Wir in Dorsten gegen Rechts“ ist eine Interessengemeinschaft und kein gemeinnütziger eingetragener Verein und kann daher keine Spendenquittungen ausstellen.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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