Boot am Haken: Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamtes stellten das Boot sicher. © Guido Bludau
Wilder Müll

Boot „Idefix“ sichergestellt – Stadt bittet um Zeugenhinweise

Nach dem Fund eines Bootes im Wald nahe des Hervester Bruchs ließ die Stadt das Wrack am Freitag zum Wertstoffhof bringen. Hinweise auf den möglichen Müllsünder sind bereits eingegangen.

Das Schrott-Boot namens „Idefix“ hatten Spaziergänger am Donnerstag im Wald unweit der Straße „An der Wienbecke“ entdeckt.

Nach unserer Berichterstattung gingen schon einige Hinweise bei der Stadt ein. So habe sich ein Dorstener gemeldet, der noch am Mittwoch (6.1.) dort spazieren war und das Boot zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hatte. „Das bedeutet, dass das Boot erst am Donnerstag dorthin geschafft worden sein muss“, erklärte Stadtsprecher Christoph Winkel auf Nachfrage. Außerdem sei auch ein Hinweis auf einen verdächtigen Transporter bei der Stadt eingegangen.

Das Boot wurde zum Wertstoffhof transportiert.
Das Boot wurde zum Wertstoffhof transportiert. © Guido Bludau © Guido Bludau

Am Freitagmorgen wurde das blau-weiße Boot zunächst von Mitarbeitern des Tiefbauamtes per Bagger sichergestellt und per Container zum Wertstoffhof gebracht. Dort wird es zunächst einmal gelagert. „Wir behalten uns die Erstattung einer Anzeige zunächst einmal vor und geben dem Eigentümer die Chance, sich bei uns freiwillig zu melden“, so Christoph Winkel.

Nichtsdestotrotz werden aber auch Mitarbeiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes zur Ermittlung hinzugezogen. „Wir wissen ja den Bootsnamen und vielleicht gibt es auch noch weitere Hinweise am Rumpf, die auf den möglichen Eigentümer schließen lassen können“, erklärt der Stadtsprecher.

Parallel werden aber auch gerne weitere Zeugenhinweise beim städtischen Ordnungsamt unter Tel. (02362) 663754 oder per E-Mail Ordnungsamt@dorsten.de entgegengenommen. Ansonsten ist für die weitere Ermittlung der Kreis Recklinghausen als Untere Abfallwirtschaftsbehörde zuständig: Tel. (02361) 530.

Facebook-Gruppe „sportboot-upcycling“

Über die Facebook-Gruppe „sportboot-upcycling“ ist Lothar Preukschat, Chef des Restaurants „Schweizer Bootschaft“, auf das Boots-Wrack aufmerksam geworden. Der Dortmunder gründet zurzeit die gemeinnützigen Gesellschaft „YUR – Yacht Upcycling & Refit“. Er macht dem unbekannten Eigentümer ein Angebot, das aber wohl eher mit einem Augenzwinkern zu verstehen ist: „Wenn der Besitzer, der völlig unverständlich ein solches Boot strafwürdig ablegt, dazu verpflichtet wird, neben der sicher zu erwarteten Strafe den Transport des Rumpfes und die erforderliche Reinigung und Lagerung für ein Jahr zu bezahlen, könnte ich das Boot in Dortmund zu einem Upcycling-Projekt nutzen.“

„Aufwand, sich strafbar zu machen, verwundert immer wieder“

Martin Zacherl, ein anderes Gruppenmitglied, schreibt dazu: „Der Aufwand, der betrieben wird, um sich strafbar zu machen, verwundert mich immer wieder. Ich meine, so ein Boot ist nicht in einer Minute vom Trailer an Land abgeladen, die Wahrscheinlichkeit, bei der Müllentsorgung im Naturschutzgebiet erwischt zu werden, ist doch recht groß. Ich möchte mir nicht ausdenken, wie hoch die Strafe dann ist …

Das Boot hätte man auch als Angelboot bei eBay Kleinanzeigen verschenken können.“

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Bianca Glöckner ist gebürtige Dortmunderin und lebt seit 1992 in Marl. Nach ihrer Ausbildung zur Verlagskauffrau bei Lensing Media und ihrem Redaktionsvolontariat arbeitete Bianca Glöckner zunächst zehn Jahre lang in der Lokalredaktion in Haltern, seit 2007 ist sie Redakteurin in Dorsten.
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Bianca Glöckner

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