Unweit der Mehrzweckhalle von Altendorf-Ulfkotte ist eine "Anomalie" im Erdreich festgestellt worden. Ob es sich wirklich um eine Bombe handelt, klärt sich Anfang August. © Guido Bludau
Evakuierung

Bomben-Verdacht: Altendorf-Ulfkotte soll sich auf Evakuierung vorbereiten

Seit über einem halben Jahr weiß die Stadt Dorsten von einer „Anomalie“ im Erdreich von Altendorf-Ulfkotte. Die Menschen sollen sich aber schon mal auf eine Evakuierung vorbereiten.

Hunderte Menschen in Altendorf müssen am 4. August möglicherweise ihre Häuser verlassen. Denn an diesem Tag wird eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Wenn es sie denn überhaupt gibt.

Im Juni hatte Bürgermeister Tobias Stockhoff öffentlich gemacht, was im Rathaus seit Monaten bekannt ist. In der Stadtteilkonferenz von Altendorf-Ulfkotte berichtete er, dass die Glasfaser-Bauarbeiten im Dorf wegen eines Bombenverdachtsfalls im Bereich des Dorfparks auf die lange Bank geschoben werden müssen. Nicht weit weg befinden sich auch die Mehrzweckhalle und die Grundschule.

Tatsächlich hatten die Experten der Bezirksregierung Arnsberg schon im Dezember 2020 Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg ausgewertet und vier Verdachtsflächen identifiziert. „Drei waren bei einer späteren Sondierung unauffällig, aber in der Straße Im Päsken gab es eine Anomalie in etwa fünf Metern Tiefe“, bestätigte Stadtsprecher Christoph Winkel auf Anfrage.

Bewusst das Ende des Lockdowns abgewartet

Eine Gefahr ist der mögliche Blindgänger im Erdreich nicht. Deshalb entschied die Stadt in Abstimmung mit der Bezirksregierung, das Ende des Corona-Lockdowns abzuwarten. Es hätte wohl keine Möglichkeit gegeben, „so viele Menschen auf engem Raum unterzubringen“, sagte der Bürgermeister im Juni. Jetzt ist die Situation anders, die Stadt hat die Wartezeit für Vorbereitungen genutzt.

Sie bittet die Bevölkerung in Flyern vorsichtshalber schon jetzt, möglichst selbstständig ein vorübergehendes Quartier bei Verwandten oder Freunden zu nehmen. Denn auch die Mehrzweckhalle würde wahrscheinlich im Evakuierungsradius liegen. Eine Notunterkunft soll es auf dem Hof Vortmann (Altendorfer Straße 19a) geben – inklusive Shuttle-Bus.

Krankentransport schon jetzt reservieren

Wenn Menschen aus Altendorf-Ulfkotte Unterstützung beim Verlassen der Wohnung benötigen, bittet die Stadt Dorsten darum, zunächst die Familie oder Nachbarn um Hilfe zu bitten. Wenn das nicht geht oder ein Krankentransport benötigt wird, kann man sich bis zum 2. August unter der Rufnummer 02362 66 3778 melden oder eine E-Mail mit den Kontaktdaten an ordnungsamt@dorsten.de senden.

Altendorf-Ulfkotte ist nach Deuten der kleinste Stadtteil Dorstens. Knapp 1900 Menschen leben dort. Bei einem Evakuierungsradius von beispielsweise 250 Metern in der Dorfmitte müssten mehr als die Hälfte der Einwohner wohl ihre Wohnungen räumen, sofern sie nicht gerade im Urlaub sind. Die Größe des Radius‘ hängt auch von der Größe des Blindgängers ab.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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