Im Zeichen der Sicherheit: Blick ins Schilderlager der Dorstener Autobahnmeisterei

Straßen.NRW

Bis zu 200 Straßenschilder lagert der Landesbetrieb Straßen.NRW in der Dorstener Autobahnmeisterei. Sie regeln den Verkehr – und haben alle ein Ablaufdatum.

Dorsten

05.01.2020, 11:45 Uhr / Lesedauer: 3 min
Im Zeichen der Sicherheit: Blick ins Schilderlager der Dorstener Autobahnmeisterei

Monika Nottelmann und Frank Rohde im Schilderlager der Dorstener Autobahnmeisterei vom Landesbetrieb Straßen.NRW. © Straßen.NRW

Sie sind mal rund und mal mit (abgerundeten) Ecken, sie können blau, gelb oder weiß sein, und bei Rot ist garantiert Vorsicht geboten. Die Rede ist von Straßenschildern, von Gefahren-, Vorschrift-, Richt- und Zusatzzeichen. In regelmäßigen Abständen tauchen sie am Straßenrand auf und regeln den Verkehr.

Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Straßenverkehrsordnung, werden von den Behörden festgelegt und müssen von allen Verkehrsteilnehmern beachtet werden. Und Straßen.NRW hat so einige von ihnen in der Hinterhand. Besser gesagt: auf Lager.

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Es ist nicht gerade eine leichte Arbeit, die Monika Nottelmann hier verrichtet. Das Tempo-80-Schild, das die Straßenwärterin auf dem Gelände der Autobahnmeisterei in Dorsten vor sich her balanciert, ist auf einer Stange befestigt und nicht gerade ein Leichtgewicht. Doch Nottelmann ist erfahren, setzt die Stange sicher auf den Fuß, der wiederum auf einen Anhänger montiert ist. Hier stehen die mobilen Schilder, die bei beweglichen Gefahrenstellen, beispielsweise beim Gehölzschnitt, eingesetzt werden und bei fortschreitender Arbeit bewegt werden können.

In einer Lagerhalle auf dem Gelände der Dorstener Meisterei befinden sich jene Schilder, die nicht mobil sind, sondern fest verankert werden und den Autofahrern langfristig Hinweise geben sollen. Von einem Schilderwald zu sprechen, wäre hier wohl nicht angebracht – viel zu ordentlich sieht es aus.

In Regalen fein säuberlich und sortiert abgelegt, stellen sie quasi eine Übersicht über all das dar, was die Mitarbeiter von Straßen.NRW so benötigen: gleich mehrere Schilder für Überholverbot oder Durchfahrt verboten und natürlich Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Es geht nicht nur um Begrenzungen und Verbote

Doch es geht ja nicht allein um Begrenzungen und Verbote. Ein genauerer Blick in die Lagerhalle offenbart auch andere Schilder – solche, die Motorradfahrern erlauben, auf einer Straße zu fahren, die für Autos gesperrt ist, oder auch Ausfahrtsschilder, die Autofahrern das Gefühl vermitteln, nicht mehr weit vom Ziel entfernt zu sein.

Da sind blaue Schilder für die Autobahn und gelbe für Landes- und Bundesstraßen. Ein weißes Warnschild wiederum macht auf den Eichenprozessionsspinner aufmerksam. Etwa 100 bis 200 Schilder sind hier schätzungsweise gelagert. Eine genaue Zahl kann Nottelmann nicht nennen.

Oft sind die Schilder größer als gedacht

Wer den Autobahnschildern näher kommt, als es während der Fahrt im Alltag der Fall ist, der mag überrascht sein angesichts ihrer Größe. Hinter dem allseits bekannten Zeichen, das die Entfernung zur nächsten Ausfahrt markiert etwa – blau-weiß, schräg gestreift mit der Markierung 300, 200 oder 100 m – könnte sich ein durchschnittlich großer Mensch locker verstecken, ohne sich allzu sehr bücken zu müssen. Im Vorbeifahren scheint dann doch immer alles kleiner zu sein.

„Wir haben Verkehrszeichen in drei unterschiedlichen Größen“, so Nottelmann. „Schilder für die Autobahn sind größer als die für Landstraßen oder innerorts.“ Das 300-Meter-Schild ist 1,60 Meter hoch.

Im Zeichen der Sicherheit: Blick ins Schilderlager der Dorstener Autobahnmeisterei

Zwischen 100 und 200 Straßenschilder sind in der Dorstener Autobahnmeisterei von Straßen.NRW eingelagert. © Straßen.NRW

Die Aufgabe der Schilder ist klar: Verkehrszeichen sollen den Verkehr regeln. Und deshalb schaut man natürlich zumeist von vorne drauf. Doch im Schilderlager lohnt sich auch ein Blick auf die Rückseite. „RA2“ ist da auf einem Schild angegeben. Nottelmann: „Das bezeichnet die Reflexionsklasse.“ Denn Schilder sollen natürlich in der Nacht im Scheinwerferlicht gut zu erkennen sein.

Eine weitere Erkenntnis: Nicht nur die Milch im heimischen Kühlschrank hat ein Ablaufdatum – auch die Schilder auf den Straßen Nordrhein-Westfalens. In der Regel beträgt sie etwa zehn Jahre. „Schilder stehen draußen und sind dem entsprechend der Witterung ausgesetzt“, erklärt Nottelmann. „Die Sonneneinstrahlung beispielsweise lässt die Farben ausbleichen.“

Neuere Schilder haben einen Graffiti-Schutz

Und das ist noch nicht alles: „Wichtig gerade in der dunklen Jahreszeit und in der Nacht ist die Reflexionsfähigkeit der Bilder.“ Und die nimmt im Laufe der Jahre ab. Neuere Schilder haben zudem einen speziellen Schutz gegen Graffiti.

Die Kombination von reflektierenden Schildern an und Markierungen auf der Straße, Letzteres unter den Fachleuten wegen der erhabenen und damit besser reflektierenden Struktur auch „Hühnerdreck“ genannt, soll gerade in der dunklen Jahreszeit die Straßen sicherer und übersichtlicher machen.

Nachtfahrten zur Kontrolle

Eine wichtige Aufgabe kommt dabei den Straßenwärtern zu: Regelmäßig fahren sie die Straßen Nordrhein-Westfalens ab, kontrollieren dabei, ob Schilder richtig zu sehen sind. „Zweimal im Jahr werden außerdem Nachtfahrten durchgeführt“, sagt Nottelmann. „Da wird dann überprüft, ob die Reflexion noch gegeben ist, also ob die Schilder auch nachts im Scheinwerferlicht klar zu erkennen sind.“ Sind Schilder stark verschmutzt, müssen sie zudem gereinigt werden.

„Einschränkungen sind für Autofahrer fast immer ärgerlich“, weiß Nottelmann, „doch im Falle der Schilder sind sie einfach notwendig.“ Denn Verkehrsschilder geben nicht nur Autofahrern einen Hinweis, wohin und wie schnell sie fahren müssen. Sie schützen auch das Leben von Arbeitern und Straßenwärtern, die auf Baustellen oder am Straßenrand unterwegs sind.

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