Coronavirus

„Bitte nicht schütteln!“ Was beim Impfen hinter den Kulissen passiert

Ab dem heutigen Montag können im Impfzentrum des Kreises Recklinghausen endlich die über 80-Jährigen gegen Corona geimpft werden. Das ist allerdings aufwendiger als man denkt.
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Für den reibungslosen Verlauf der Impfungen sorgen ab 8. Februar in Recklinghausen über 100 freiwillig tätige Apotheker und PTA aus der Region. „Sie bereiten passgenau den Impfstoff auf“, erklärt Apothekerin Dorothee Pradel, Pharmazeutische Leiterin im Impfzentrum Recklinghausen.

Das pharmazeutische Personal macht die Impfung mit dem neu entwickelten Impfstoff überhaupt erst möglich. Gewissermaßen wecken sie das Vakzin aus dessen Winterschlaf: Gekühlt wird der Impfstoff geliefert, bei Raumtemperatur muss er dann unter keimarmen Bedingungen im Hintergrund und ohne Patientenkontakt mit einer genauen Dosis Kochsalzlösung gemischt

werden.

„Mehrfach umgedreht, aber nicht geschüttelt“ lautet frei nach James Bond die Devise. Denn jeder noch so kleine Fehler würde die Wirksamkeit gefährden. Daher gibt es eine exakte Verfahrensanweisung, an die sich die Helfer im Impfzentrum des Kreises Recklinghausen akribisch halten. „Wird der Impfstoff in diesem Zustand auch nur einmal kräftig geschüttelt, muss er verworfen werden“,

erläutert Pradel.

Sechs Spritzen aus jedem Fläschchen

Ist der Impfstoff aufbereitet, wird das Injektionsfläschchen auf Verunreinigungen geprüft. Anschließend werden aus jedem Fläschchen sechs Spritzen aufgezogen, mit einer Kappe versehen und mit größter Vorsicht dem medizinischen Personal zum Verimpfen übergeben. Auch hier muss man Vorsicht walten lassen.

Schlagen die Spritzen beim Transport in einer Schale aneinander, kann der Impfstoff seine Wirkung verlieren. „Hinzu kommt noch eine genaue Dokumentation, da das Vakzin nach Aufbereitung nur zwei Stunden lang verimpft werden darf“, so Pradel.

Die exakten Abläufe und die Aufteilung der Arbeitsschritte im heilberuflichen Team von Apothekern und Ärzten wurden vielfach durchgespielt. Allein für das Impfzentrum des Kreises Recklinghausen haben sich bei der Apothekerkammer Westfalen-Lippe über 100 Freiwillige gemeldet, landesweit sind es inzwischen für die 53 NRW-Impfzentren fast 6.000 Apotheker und PTA.

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