Der Lippepegel steigt, aber langsam und nicht in bedenklichem Maße. Am Mittwochvormittag hatte er noch nicht einmal die 5-Meter-Marke überschritten. © Guido Bludau
Hochwasser

Bis zum historischen Lippe-Hochwasser sind es noch fast fünf Meter

Mit Unwetter, Sturmböen und extremen Dauerregen haben aktuell viele Regionen in NRW massiv zu kämpfen. Der Lippeverband hingegen ist „total entspannt“. Weil die Lippe so langsam ist.

Mit etwas „Glück“, wenn man es so nennen will, erreicht die Lippe am Donnerstag oder Freitag in Dorsten einen Pegelstand von 6,50 Meter. Damit wäre die erste Hochwassermarke erreicht und ein Bereitschaftsdienst würde eingerichtet. Doch von einem richtigen Hochwasser ist der Fluss, der u.a. durch Dorsten fließt, noch weit entfernt. Am Mittwochnachmittag stand der Pegel bei 5,03 Meter.

Die Sprecherin des Lippeverbandes, Anne-Kathrin Lappe, geht nicht davon aus, dass die Hochwasserstufe zwei (8 Meter) in nächster Zeit erreicht wird. „Dann würden Wege gesperrt und flussnahe Höfe informiert“, sagte sie am Mittwoch.

Dass es dazu wohl nicht kommen wird, hat mit den vergleichsweise geringen Regenmengen zu tun – trotz diverser Warnungen von Wetterdiensten. Zum anderen kann in Hamm Wasser in den Datteln-Hamm-Kanal abgeleitet werden, um die Gefahr von Überschwemmungen zu reduzieren.

Die Lippe, so Anne-Kathrin-Lappe, sei zudem ein „sehr langsamer Fluss“. Will heißen: Viel Wasser versickert auch. Trotzdem wird mit zunehmenden Pegel die Strömung stärker. Der Lippeverband prüft deshalb, ob die kleine Kurbelfähre „Baldur“ in Holsterhausen vorübergehend gesperrt werden muss.

Historisches Hochwasser im Jahr 2003

Die gab es Anfang 2003 noch nicht, als die Lippe einen historischen Pegelstand von fast zehn Metern erreichte. Damals wurde eine Brücke angehoben, die Deiche wurden mit Sandsäcken erhöht, Tiere von Bauernhöfen evakuiert. Die Lippeaue nördlich von Östrich war eine Seenlandschaft. So hoch stieg die Lippe in diesem Jahrtausend bislang nie wieder.

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Stefan Diebäcker

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