Bekämpfung der Eichenprozessionsspinner mit Bioziden aus Sprühfahrzeugen, wie StraßenNRW sie ab 2021 einsetzen wird. © Foto Clemens Lenzen
Bilanz Straßen.NRW

Biowaffe gegen Eichenprozessionsspinner wirkte auch in Dorsten gut

Eichenprozessionsspinner machen sich seit 2008 immer mehr in Dorsten breit. Sie sind für den Menschen gefährlich. Straßen.NRW bekämpft die allergenen Raupen gnadenlos, aber wirkungsvoll.

Der Eichenprozessionsspinner ist auf dem Vormarsch. Die Behörden haben seit Langem den Kampf gegen die Falterart, deren Raupen wegen ihrer Behaarung die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen, aufgenommen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Eine Biowaffe von Straßen.NRW hat sich als besonders wirkungsvolles Mittel zur Schädlingsbekämpfung erwiesen: „Wir setzen seit 2018 das Biozid mit Bazillus Thuringiensis ein. Bis zu 90 Prozent der Nester konnten wir damit bekämpfen“, sagt Straßen.NRW auf Anfrage.

Der rigorose Einsatz mit der Biowaffe gefällt nicht jedem. Wenn Menschen Schutzmaßnahmen beachten, dann ist die mit dem Bazillus versetzte Flüssigkeit aber nicht schädlich, so Straßen.NRW. „Sonst müssten Pestizide eingesetzt werden oder befallene Bereiche weiträumig abgesperrt werden, bis die Gefahr gebannt ist.“ Anderen nützlichen Insekten schadet das Biozid nachweislich nicht. Weder Bienen noch Wespen oder Florfliegen sind bedroht.

Straßen.NRW hat die Hoheit über einige Trassen

Straßen.NRW hat im Verbreitungsgebiet und damit auch in Dorsten die Hoheit über bestimmte Trassen. Die Behörde muss deshalb auch nicht die Stadtverwaltung Dorsten über den Biozideinsatz an ihren Trassen informieren. Hoheitsgebiete von Straßen.NRW sind Landstraßen, aber auch die Flächen direkt an der Autobahn 31 im Raum Dorsten.

Hier hat Straßen.NRW 2018 erstmals das Biozid gegen den sich pestartig ausbreitenden Eichenprozessionsspinner eingesetzt – mit Erfolg. „Ab dem kommenden Jahr haben wir eigene Fahrzeuge“, kündigt Nadja Leiß an, Sprecherin Straßen.NRW, Zuvor seien Fachfirmen beauftragt worden.

Angriff mit einem Biozidstrahl aus der „Schneekanone“

Mit Spritzen, die einer Schneekanone ähneln, wird das für die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zugelassene Biozid auf die frischen Blätter gesprüht. Das Bodenbakterium Bacillus Thuringiensis liefert den Ausgangsstoff für das spezielle Mittel, mit dem die jungen Raupen des Eichenprozessionsspinners bekämpft werden.

Die Raupe frisst das Blatt und erst im Darm der Raupe entfaltet der für Menschen und Tiere ungefährliche Stoff seine Wirkung. Die Raupen sterben ab, bevor sie das für den Menschen gefährliche Lebensstadium erreichen können.

Zwei Durchläufe erledigen das meiste

Laut Nadja Leiß sterben bis zu 90 Prozent der Raupen ab, allerdings nur dann, wenn zwei Durchläufe gemacht werden: „Sonst breiten sich die Raupen aus dem Nachbarbaum auf den bereits besprühten Baum aus und alles geht von vorne los.“

Noch in der Testphase ist laut Straßen.NRW die Bekämpfung der Raupen durch Fallen. Ein Tüftler vom Niederrhein hatte die Fallen im Jahr 2019 entwickelt. „Die Straßenmeisterei Geldern wird den Einsatz dieser Fallen ausprobieren“, sagt Clemens Lenzen, als Fachagrarwirt in der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Niederrhein auch für die Baumpflege zuständig. Da bei diesem System immer wieder Plastikbeutel, in die die Raupen hineinfallen, ausgewechselt werden müssen, will die Meisterei Nutzen und Aufwand überprüfen.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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