Pflegebedürftige Ehefrau belästigt: Bewährungschance für Wulfener (61)

Landgericht Essen

Ein 61-jähriger Mann aus Wulfen ist zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte hatte zugegeben, seine schwerkranke Frau sexuell genötigt und belästigt zu haben.

Essen/Dorsten

, 06.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Prozess gegen den Wulfener fand am Essener Landgericht statt.

Der Prozess gegen den Wulfener fand am Essener Landgericht statt. © Werner von Braunschweig

Nach einer Serie von sexuellen Übergriffen auf seine pflegebedürftige Ehefrau ist ein 61-jähriger Mann aus Wulfen am Freitag am Essener Landgericht zu elf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Von den ursprünglich weiteren Anklagevorwürfen, seine seit 2015 neurologisch schwer erkrankte Frau zudem auch immer wieder gequält und schikaniert zu haben, wurde der Angeklagte aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

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Wie bekannt wurde, hatte der 61-jährige Wulfener die vier zur Verurteilung führenden Belästigungs-Attacken (unter anderem Kniffe im Intimbereich) unter Ausschluss der Öffentlichkeit eingestanden.

Weil die Erkrankung der Wulfenerin inzwischen so fortgeschritten ist, dass sie den Essener Richtern als Zeugin nicht mehr zur Verfügung stehen konnte, fehlte zur Überprüfung der weiteren Vorwürfe „das entscheidende Beweismittel“, so das Gericht beim Urteil. Mal sollte der 61-Jährige seiner Frau angeblich mit einem Schmutzlappen durch das Gesicht gewischt, mal sollte er sie geschubst oder ihr Trinkwasser zur Einnahme von Tabletten verweigert haben.

Weil die Ehefrau des 61-Jährigen inzwischen in einem Pflegeheim lebt, sahen die Richter auch keine Wiederholungsgefahr mehr. Wie bekannt wurde hatte ein Schwager die Vorwürfe gemeinsam mit der Ehefrau zur Anzeige gebracht. Das Urteil lautet auf sexuelle Nötigung und Belästigung.

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