Das Dorstener Krankenhaus stellt klar: Man fordere generell keine Zahlungen am Telefon ein. In letzter Zeit häufen sich betrügerische Anrufe. (Symbolbild) © dpa
Kriminalität

Betrüger mit neuer Masche: „Dr. Weber“ aus dem Dorstener Krankenhaus ruft an

Betrüger gaukeln vor, Arzt im Dorstener Krankenhaus zu sein, und behaupten, Angehörige der Angerufenen seien schwer an Covid-19 erkrankt. So erbeuteten sie bereits Bargeld in Dorsten.

Trickbetrüger haben sich eine neue Masche ausgedacht: Sie geben sich als „Dr. Weber“ oder „Professor Weber“ vom St. Elisabeth-Krankenhaus in Dorsten aus. Am Telefon behaupten sie, Angehörige der Angerufenen befänden sich in der Klinik und seien schwer an Covid-19 erkrankt. Gefolgt von der Forderung, die notwendige Behandlung zu bezahlen.

Der KKRN-Klinikverbund warnte am Montag bei Facebook vor den betrügerischen Anrufen. Am Dienstag folgte eine Pressemitteilung. Man fordere generell keine Zahlungen am Telefon ein, heißt es darin.

Lembeckerin um Bargeld gebracht

In Lembeck erbeuteten Betrüger am Dienstag mit dieser Masche eine von der Polizei nicht näher genannte Summe Bargeld. Eine 82-Jährige war von einem falschen Arzt angerufen worden, ihre Tochter sei lebensgefährlich an Covid-19 erkrankt und benötige teure Medikamente. Dazu benötige man Bargeld.

In einem Telefonat mit mehreren Gesprächspartnern wurde eine Geldübergabe an der Wohnanschrift der Lembeckerin vereinbart. Es erschien eine Frau, die wie folgt beschrieben wird: etwa 25 Jahre als und 1,60 Meter groß, normale Figur und schulterlange schwarze Haare. (Hinweise: 0800 2361 111)

Auch eine Familie aus Gahlen bekam so einen Anruf. „Der Anrufer stellte sich meinem Mann als Professor Weber vor und sagte, dass er uns mitteilen müsse, dass unsere Tochter zusammengebrochen ist, sich im Krankenhaus befindet und Corona hat“, erzählt die Mutter. Als ihr Mann misstrauisch wurde und Rückfragen stellte, war das Telefonat schnell beendet.

Gute Kenntnisse der Familienverhältnisse

Auffällig war, dass der Anrufer offenbar ziemlich gut über die Familienverhältnisse Bescheid wusste. Auch das Dorstener Krankenhaus weist darauf hin, dass „die gute Kenntnis des Anrufers von den Familienverhältnissen seiner Opfer besonders auffällig“ sei.

Anrufe dieser Art gebe es seit Jahren, sagt Polizeisprecher Andreas Lesch: „Methoden und Maschen wechseln ständig und die Geschichten, die erzählt werden, werden an die aktuelle Situation angepasst.“ Da sitzt dann schon mal ein vermeintlicher Angehöriger im Ausland in Quarantäne fest, liegt mit Covid-19 im Krankenhaus oder braucht Geld für Impfstoff.

Gezielter Einsatz von Fragetechniken

Ein paar persönliche Details lassen sich mitunter relativ leicht in Sozialen Medien abgreifen, aber die Betrüger wenden auch gezielt Fragetechniken an. Der Klassiker ist: „Hey, weißt du, wer dran ist?“ Die Polizei rät, immer Rücksprache mit Angehörigen zu halten und diese selbst anzurufen. Im Verdachtsfall besser auflegen und die Polizei informieren.

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Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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