In Dorsten werden Parkscheinautomaten abgebaut - weil sie immer wieder zerstört wurden

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Das Parkraumkonzept rund um das VHS- und Bildungszentrum in Dorsten ist ein Flop - und dann wurden die Automaten auch noch immer wieder zerstört. Jetzt zieht die Stadt die Reißleine.

Dorsten

, 24.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Parkscheinautomaten sind abgebaut, die Hinweisschilder mit den Aufschriften „Gebührenpflichtiges Parken“ und „mit Parkschein“ abgeschraubt, die Autofahrer freuen sich, dass sie derzeit ihre Fahrzeuge abstellen können, ohne ein Parkticket ziehen zu müssen. Seit zwei Wochen herrschen im Bereich Maria Lindenhof paradiesische Zustände für die motorisierten Besucher und Mitarbeiter des dortigen Gymnasiums sowie des VHS- und Bildungszentrums.

Die andauernden Zerstörungen der dortigen Parkautomaten haben die Stadt dazu gezwungen, „die Parkraumbewirtschaftung auf den Freiflächen von Maria Lindenhof in Teilen zu ändern“, erklärt Stadtpressesprecher Ludger Böhne auf Anfrage unserer Zeitung.

Bald Parkscheinregelung

Die Automaten werden nun durch eine Parkscheinregelung ersetzt. „Ausnahme sind das Parkhaus an VHS und Petrinum sowie die beschrankte Parkfläche an der Kurt-Schumacher-Straße, die nur für Besucher des Freizeitparks Maria Lindenhof kostenfrei nutzbar ist.“

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Sobald die neue Beschilderung installiert ist, gilt ansonsten: In den Parkbuchten an den Seitenstreifen der Kurt-Schumacher-Straße, der Brüderstraße und der Straße „Im Werth“ sowie auf den großen Parkflächem am alten Hallenbad-Gelände können Autofahrer mit Parkscheibe künftig kostenlos bis zu zwei Stunden parken oder ganztags mit den schon jetzt gültigen Langzeittickets.

In Dorsten werden Parkscheinautomaten abgebaut - weil sie immer wieder zerstört wurden

Die Automaten sind abgebaut. Derzeit kann man auf den Stellplätzen noch kostenlos parken, bald nur mit Parkscheibe. © Michael Klein

In den vergangenen Monaten hatten sich unbekannte Täter immer wieder an den Parkscheinautomaten zu schaffen gemacht. Es begann am letzten Juni-Wochenende 2019: Damals brachen Vandalen den Automaten im Parkhaus VHS/Petrinum auf, zudem entwendeten sie aus einem Gerät an der Brüderstraße einen Akku - und den Parkscheinautomaten auf der alten Hallenbadfläche (Neuanschaffungswert: 4000 Euro) ließen sie komplett mitgehen.

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„Insgesamt mussten im Bereich Brüderstraße in den letzten Monaten fünf Parkscheinautomaten nach Diebstahl, irreparabler Beschädigung oder Zerstörung ersetzt werden“, so Ludger Böhne: „Die Gesamtkosten für die Neuanschaffungen lagen bei etwa 20.000 Euro.“ Anfang Januar wurden wiederum zwei Automaten zerstört.

Tätersuche erfolglos

Die Suche nach den Tätern blieb nach Angaben von Böhne erfolglos: „Die bisher erstatteten Anzeigen haben leider zu keinem Ergebnis geführt, die Verfahren wurden allerdings auch noch nicht eingestellt.“

Das Parkraumkonzept im Bereich Maria Lindenhof (Investitionen damals: 115.000 Euro) wurde im Jahr 2017 eingeführt, erwies sich aber als Flop: Die Stadt erzielte von Anfang an viel weniger Einnahmen durch Parkscheine und Langzeitparkausweise als erhofft, die Bezahl-Parkplätze nutzte kaum ein Autofahrer.

Reißleine gezogen

Da auf den überdachten Flächen kaum geparkt wurde „und die Einnahmen deshalb in keinem Verhältnis zu den Kosten der Beschädigungen stehen“, zog die Stadt jetzt die Reißleine.

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